Kampfar - Djevelmakt

Lady_Metal

Band: Kampfar

Album: Djevelmakt

Label: Indie Recordings

Release Date:
27.01.2014

Genre: Norse Pagan Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:

01. Mylder
02. Kujon
03. Blod, Eder og Galle
04. Swarm Norvegicus
05. Fortapelse
06. De Dødes Fane
07. Svarte Sjelers Salme
08. Our Hounds, Our Legion

Lineup:
Dolk - Vocals
Ole - Guitar and Keys
Jon - Bass
Ask Ty - Drums and Vocals

Vielen Dank an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Mit dem Jahr 2014 gibt es die Band KAMPFAR nun sage und schreibe 20 (in Worten zwanzig) Jahre. Damit beweisen die Nordeuropäer einmal mehr ihre Standhaftigkeit im Underground Black bzw. Pagan Metal. Zu diesem Jubiläum bringen sie das Album "Djevelmakt" heraus, welches nicht nur vergangene Tage widerspiegeln soll, sondern einen Blick in die Zukunft zu verraten vermag. Nämlich, dass bei "Dolk" und seiner Gefolgschaft noch lange nicht die Luft raus ist, im Gegenteil. Deshalb bereitet es umso mehr Freude, diesen erhabenen Silberling in das Laufwerk zu manifestieren und die Ohren gespannt anzulegen.

Wenig milde wird man von "Mylder" begrüßt. Die vorherige Klaviersequenz kündigt zwar ein Intro an, jedoch findet diese ein schnelles Ende, angesichts der Tatsache, dass KAMPFAR sogleich darauf mit voller Kraft loslegen. Es wird zum Rundumschlag ausgeholt...und er trifft, mitten ins Gesicht! Klarer und fetter Sound trumpft auf und beißt sich im Hirn fest. Wer die Band bereits live gesehen hat, weiß um die majestätische Klanggewalt Bescheid. Flötenmelodien mischen sich in das Zentrum des Songs und bilden so den ersten folkigen Einschlag, ehe zum Finale noch einmal der erste Teil wiederholt wird. Ein Mega-Start!!!

Nächster Höhepunkt: "Kujon". Mit durchgehenden Headbang-Qualitäten und guten siebeneinhalb Minuten Spielzeit wollen KAMPFAR eure Ausdauer testen. Ganz nebenbei bekommt man auch noch eine sehr eingängige und wohlklingende Melodie zu Ohr, die zum Teil leicht orientalisch anmutet. Dieser Titel könnte sich - und das wäre völlig gerechtfertigt - zu einem richtigen Dauerbrenner entwickeln.
Es folgt ein kurzes Intro zum folgenden Stück "Blod, Eder og Galle", bei dem die Norweger wieder das Tempo anziehen und nun auch längere Blastbeats spielen. Die Riffs halten sich an die Vorgaben des Schlagzeugs und drücken samt Bass in gleicher Weise aus der Beschallungsanlage. Hier dürfte jeder Fan und Interessent auf seine Kosten kommen.
Auch bleiben auf dem neuen Album traditionelle Elemente nicht auf der Strecke und so lassen die vier Herren im Track "Swarm Norvegicus" geballte Epik erschallen. Untermalt mit synthetischen langgezogenen Akkorden im Hintergrund kommt zum rhythmischen Midtempo einfach nur noch ein Resultat in den Sinn: Genial.

"Fortapelse" schließt sich nun der Machart des Vorgängers an, wobei hier mehr Dissonanzen auffallen. Dies ist wiederum eine interessante Abwechslung zum bisher gehörten Material und bildet hier einen kleinen Wendepunkt im Album, der sich auch noch durch den nächsten Song "De Dødes Fane" zieht, obwohl dieser von schnellerer Natur ist. Hier darf man auch noch anmerken, dass viel Synthesizer-Melodien enthalten sind, wenngleich diese gut in das Gesamtbild passen.

Mit dem vergleichsweise kurzen "Svarte Sjelers Salme" sowie dem letzten und zugleich längsten Song "Our Hounds, Our Legion" erinnern KAMPFAR nun einmal mehr an die ersten Songs von "Djevelmakt". Die Riffs werden wieder epischer und druckvoller, um zum Schluss noch einmal alles Mögliche rauszuholen und damit den Hörer gekonnt zu fesseln.
Akustische Gitarre zu Beginn des finalen Titels. Damit kreiert die Band eine sehr natürliche Atmosphäre, welche sich anschließend ein letztes Mal in der gewohnt vollen Klangbreite entfaltet. Diese beiden Titel beweisen einmal mehr die kompositorischen und künstlerischen Fähigkeiten der Nordmänner um "Dolk", "Ole" "Jon" und "Ask Ty" beeindruckend.

Fazit: Hoch hinaus und über die Erwartungen katapultieren sich KAMPFAR mit "Djevelmakt" in eine völlig neue Ära. In der 20-jährigen Geschichte dieser Pagan/Black Metal Band kann man auf einige nennenswerte Kapitel ihres Schaffens zurückblicken, jedoch übertrifft dieses neue Werk alles bisher Dagewesene. Lange Rede, kurzer Sinn: Diese Wahnsinns-Scheibe darf in keinem Regal fehlen!

Flo für Lady-Metal.com