Kampfar - Profan

lady-metal.com

Band: Kampfar

Album: Profan

Label: Indie Recordings

Release Date: 13. November 2015

Genre: Norse Pagan Folklore Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Gloria Ablaze
02. Profanum
03. Icons
04. Skavank
05. Daimon
06. Pole In The Ground
07. Tornekratt

Lineup:
Dolk - Vocals
Ole - Guitars, Keys
Jon - Bass
Ask Ty - Drums, Vocals

Vielen Dank an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Norse Pagan Folklore Metal, eine ungewöhnliche Stil-Kombination. Jedoch ist sie seit 1994 der Grund, warum die Band KAMPFAR so erfolgreich ist und man die bodenständigen Norweger nahezu überall in Europa live erleben kann. Auch für ihre tiefgründigen Songs und ihre wachsende Brachialität werden sie zunehmends bekannter, weshalb sich mittlerweile schon eine gewisse Erwartungshaltung an ein KAMPFAR-Album entwickelt. Nachdem "Djevelmakt" im Jahr 2013 bereits hohe Wellen schlug, kommt also nun der Nachfolger "Profan". Wie sich das neue Werk macht und ob es getreu seinem Namen vor Unheiligkeit nur so strotzt, könnt ihr in den nachfolgenden Absätzen erfahren.

Und sie haben es nach all den Jahren auch auf der aktuellen Scheibe nicht verlernt, nämlich den Beginn eines Albums mit einen mehr als erhabenen Song einzuläuten. Wahrlich ruhmerfüllt und flammensprühend geht "Gloria Ablaze" von statten und erobert so ohne große Mühen die Herzen der Hörer. Ein episch gesungener Refrain vervollständigt das Feuerwerk zu einem richtigen Ohrwurm, für dessen ganze Pracht inklusive Mitsing-Qualität man bereits jetzt ein klares 'Daumen Hoch' loswerden darf.

Wer glaubt, dass man sich nach dem ersten Kraftprotz erst einmal zurücklehnen kann, dem sei gesagt: Weit gefehlt, denn es geht mit dem an den Albumtitel angelehnten "Profanum" sowie "Icons" in voller Fahrt, mit druckvollem Sound und gesteigertem Tempo weiter. Ab dem letzten Teil von "Icons" geben sich KAMPFAR mit einer nochmals gesteigerten Rhythmik die Ehre und führen diese im vierten Song "Skavank" fort, dessen Eingangsriff bereits die Nackenmuskulatur der geneigten Hörerschaft zum erbeben bringen dürfte. Auch kann man bis jetzt bemerken, dass auf dem neuen Album ein großes Augenmerk auf die Gitarre gelegt wurde und deshalb mit einigen Soli Akzente geschaffen werden können, die nicht zuletzt auch zur besseren Integration der ambienten Sounds in das Gesamtbild beitragen.

Über "Skavank" hinweg bremsen die Norweger wieder etwas ein, was wiederum die Basis für "Daimon" darstellt. So lässt sich zum einen erkennen, dass auf "Profan" eine gewisse Geschwindigkeits-Welligkeit über die Songs hinweg zelebriert wird. Zweitens findet man im Verlauf auf diesem Album mehr Folk-Elemente, speziell die klaren Gesangsparts, vor, als zum Beispiel auf dem Vorgänger-Album. Die am meisten nennenswerte Randinformation hierbei ist jedoch, dass KAMPFAR mit "Daimon" den ersten Song seit ihrer über 20-jährigen Geschichte als Video herausgebracht haben. Zu finden ist der Titel natürlich auf den einschlägigen Video-Plattformen des Internets.

Mit "Pole In The Ground" gesellt sich zum nahenden Finale ein weiterer englisch-sprachiger Song in den recht heimatverbundenen Textstil der Norweger. Nach dem vorherigen episch-balladesken "Daimon" kommen wieder Blastbeats vom feinsten zum Einsatz. Hinzu kommt die wuchtige von Ole produzierte Gitarrenfront, die "Pole In The Ground" zu einem Schädelsprenger sondersgleichen machen.
Mit dem Schlusslicht "Tornekratt" verabschieden sich die vier unheiligen Herrschaften mehr als standesgemäß im Headbang-Modus. Die seit dem ersten Takt erzeugte Spannung bleibt bis zur letzten Sekunde bestehen. Das ist doch genau das, was man sich von einem KAMPFAR-Album erwartet.

Fazit: Recht zügig ging er jetzt, der Hördurchgang. Daran kann man sich jedoch gut mit vielfachen Wiederholungen von "Profan" gewöhnen. KAMPFAR zeigen in diesen rund 40 Minuten einmal mehr, dass sie in den langen Jahren seit ihrer Gründung keineswegs an Energie und Ideenreichtum verloren haben, sondern ihren Sound nach wie vor weiterentwickeln und zu einem immer mächtiger werdenden Geschütz ausbauen. Man kann auf die Herren, wie bereits erwähnt, einfach nur stolz sein. Möge "Profan" die Szene ordentlich aufmischen und euch in seinen Bann ziehen. Eine ganz klare Kaufempfehlung für dieses sagenhafte Meisterwerk!

Flo für Lady-Metal.com