Keep Of Kalessin - Epistemology

Lady_Metal

Band: Keep Of Kalessin

Album: Epistemology

Label: Indie Recordings

Release Date: 16. Februar 2015

Genre: Epic Extreme Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Cosmic Revelation (Intro)
02. The Spiritual Relief
03. Dark Divinity
04. The Grand Design
05. Necropolis
06. Universal Core
07. Introspection
08. Epistemology

Lineup:
Obsidian C. - Vocals, Guitars
Wizziac - Bass, Backing Vocals
Vyl – Drums


Vielen Dank an Indie Recordings für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Mit "Epistemology" liefern die sagenumwobenen KEEP OF KALESSIN mal wieder ein Geschütz ihrer musikalischen Machenschaften. Sei es "Armada", "Kolossus" oder der Vorgänger "Replicant", alle haben eingeschlagen wie ein Thorshammer und ziehen noch heute breite Spuren durch die schwarzen/extremen Gefilde. Nun schlagen die Norweger mit "Epistemology" ein neues Kapitel auf, in dem nun Gitarrist und Mastermind Obsidian C. auch die Gesangsparts übernimmt. Das macht die Scheibe umso interessanter.

Sehr episch gehts gleich in die erste Runde mit "The Spiritual Relief". Im Gesang wechseln sich sowohl klare als auch gesprochene Passagen ab. Das Gesamtspektakel wird zudem mit einer immens schnellen - und dafür ist KEEP OF KALESSIN bekannt - Instrumental-Fraktion dargeboten. Dazu gehören nicht nur die treibenden Blastbeats von Vyl, die mit brutalen Fills und Übergängen gespickt sind. Sondern auch der besondere Shredding-Stil von Obsidian C., mit dem er in seiner Art des Songwritings natürlich auch dem Bass einiges abverlangt. Geschont wird hier niemand. Ein langsamer und astralischer Mittelteil verleiht dem Song hingegen dann zur Auflockerung eine passende Leichtigkeit, bevor der ursprüngliche Ohrwurm-Chorus den krönenden Abschluss des ersten Langspielers bildet. Ein Hammer-Einstieg! Ein Klassiker!

Hatten wir schon Blastbeat erwähnt? Bei "Dark Divinity" gibts gleich die nächste Dröhnung auf die Zwölf. Und von nun an mitunter auch gutturalen Gesang. In selber Manier wie beim ersten Song gibt es hier wieder einen von Schnelligkeit umgebenen Zwischenteil, diesmal werden hier allerdings Freunde des Groove und des gehobenen Gitarren-Melodiespiels bedient.

"The Grand Design" hingegen will sich dem Treiben der Norweger nicht ganz fügen. Kurz gesagt: die thrashigen Riffs und Rhythmen wirken etwas suspekt. Kombiniert man diese allerdings mit den Liedstrukturen, wie man sie seit mehreren Alben auf beeindruckende Weise kennen lernen durfte, kommt eine ganz eigenartige und auch interessante Mischung heraus. Spätestens wenn der Gravity-Blast das Finale einleutet. In "Necropolis" werden schließlich auch noch Elemente aus den Heavy und Power Gefilden integriert. Gut gemeint, wirkt im Zusammenhang des Songs auch stimmig, jedoch nicht darüber hinaus. Trotzdem kann der Song noch punkten, denn die zweite Hälfte wird orientalisch und solistisch. Dieser Song ist und bleibt also ein Geheimtipp.

Nach dem Panzergeschütz "Universal Core" geleiten uns KEEP OF KALESSIN schön langsam aber sicher mit "Introspection" in Richtung Finale des Albums. Das mit vielen Dur-Klängen aufwartende Stück vermittelt eine gewisse Freundlichkeit, was nicht zuletzt wohl auch auf bereits bekannte Power Metal Elemente zurückzuführen ist. Vielleicht weckt das sogar die ein oder andere Erinnerung an Größen aus diesem Genre, aber keine Angst: Die brachiale Virtuosität Vyls holt euch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Begeben wir uns zum Titelsong, der auch zugleich als letzter und zweitlängster Song des Albums fungiert. Man kann sich also bereits im Voraus denken, dass sich KEEP OF KALESSIN hier nochmal so richtig ins Zeug legen, und zwar in all ihren Stärken. Es wird demnach noch einmal groovig, orientalisch und solistisch höchst wertvoll, auch wenn der Schluss fast zu brav geraten ist.

Fazit: KEEP OF KALESSIN liefern mit "Epistemology" eine weitere absolute Qualitätsscheibe ab. Alles in allem eine sehr hochwertige Produktion, bei welcher jeder Song mit eigenen Höhepunkten überzeugt. Sicherlich könnte man den Gesang von Mastermind Obsidian C. im Vergleich zu älteren Werken als zu brav und zu oft clean einstufen, aber es geht ja um das Gesamtbild. Und da schaffen es die Norweger abermals, grandiose Arbeit vorzulegen. Mit anderen Worten: dieses Album sollte bei keiner Sammlung fehlen.

Flo für Lady-Metal.com