Knaat - Die Lichtung

Knaat

Band: Knaat

Album: Die Lichtung

Label: Self-Released

Release Date: 13.10.2012

Genre: Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Intro
02. Die Lichtung
03. Unter heiligen Hufen
04. Kriegsschrei
05. Schenkentanz Intro
06. Schenkentanz
07. Sturm auf Windhelm
08. Leidensweg
09. Spielmann
10. Nordmannen

Lineup:
Max - Vocals
Erwin – Guitars
Leo - Guitars
Nico - Bass
Michi – Drums
Adrian - Keyboards

Besten Dank an Knaat zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Manch einer dürfte die Band KNAAT noch als Eröffnungsband des letzten münchner Paganfestes in Erinnerung behalten haben. Seit 2009 treiben die sechs Jungs aus Bayern ihr Unwesen und blasen in die Hörner um das Publikum zu ihren Konzerten zu locken. Mit „Die Lichtung“ wurde vor kurzem nun das erste Album veröffentlicht, mit welchem gegen Fenrir und das Ragnarök angespielt wird.

Das Intro besitzt einen gewissen Bonanza-Charakter, durch welchen die meisten Hörer zunächst etwas verunsichert werden dürften. Glücklicherweise wurde der Titeltrack gleich hinterher geschoben. Dieser macht unmissverständlich klar, dass kein Filmgeklimper sondern Paganmetal im Stil von FINSTERFORST, KROMLEK oder EQUILIBRIUM geboten wird. Rhythmische Gitarrenriffs werden mit Akkordeonklängen versetzt und durch tiefe Growls komplettiert. Angesprochen werden somit hauptsächlich Bärenfellträger, Horntrinker und Runenwerfer, die einen passenden Soundtrack für ihren kommenden Raubzug benötigen.

Man hört dem Album über weite Strecken deutlich an, dass es sich um ein Debüt handel. Es wird zwar durchgehend passabel musiziert, allerdings fehlt vielen Songs noch der letzte Funke, der das Feuer entfacht. Titel wie „Kriegsschrei“ oder „Schenkentanz“ zielen offensichtlich Richtung Haupt, säbeln letztendlich jedoch nur ein paar Finger von der Hand des Gegners. Das Potential der Truppe ist auch in den schwächeren Tracks durchaus fühlbar, doch auf die Veredelung muss noch etwas hingearbeitet werden.

Die Stücke gegen Ende der Scheibe schaffen es da schon wesentlich stärker zu überzeugen. Bei „Sturm auf Windhelm“ könnten sich einige populäre Bands aus dem Viking-Bereich beispielsweise einiges abschneiden. Die Keyboardmelodie trifft einen Nerv und auch der liebevoll gezupfte Bass schafft es in das Blut des Hörers überzugehen. Ähnlich gut geht der Abschlusstrack “Nordmannen“ ins Ohr. Was bleibt ist somit ein solides Album, dem es noch etwas an Eigenständigkeit fehlt, das aber trotz allem mit ein paar herausragenden Ohrwürmern (Nidhöggr?) aufwarten kann.

Fazit: Da sich Paganmetal mittlerweile in der Szene etablieren konnte und seine feste Hörerschaft gefunden hat, dürfe es an Interessenten für „Die Lichtung“ nicht mangeln. Somit habe ich auch kaum Bedenken, dass sich KNAAT ihren Platz in den Reihen der Einherjer sichern können. Das Debüt der Münchner hat zwar noch seine Schwächen, offenbart allerdings schon ein großes Potential aus dem in Zukunft geschöpft werden kann. Wer seinen Spaß an FINNTROLL, TROLLFEST und ähnlichen Bands hat, sollte durchaus mal ein Ohr riskieren. Wer hingegen allergisch auf Keyboard-Klänge reagiert, sollte sich vorher versichern, ob er noch genügend Antiallergikum in seinem Arzneischrank gebunkert hat.

Hardy für Lady-Metal.com