Kult- Unleashed From Dismal Lights

Kult

Band: Kult

Album: Unleashed From Dismal Lights

Label: Folter Records

Releasedate: 16.10.2013

Genre: Black Metal

Rezensent: Olli

Tracklist:

01. Specter's Recurrence
02. Malicious Metamorphosis
03. Exercitus Mortorum
04. To Flagellate Life
05. Raging Curse upon Man
06. Into Deadly Coils
07. Sons of Nightfall
08. Senza Pace

Lineup:
Davide White - Bass
Gionata Potenti - Drums
Kacele - Guitars
Tumulash - Vocals

Besten Dank an Metal Promotions für die Bereitstellung des Albums

Beurteilung

Kult wurden 2002 mit dem Ziel gegründet, rohen old school Black Metal zu spielen. Nach einem Demo, dem Debüt „Winds of war“ und einer Split mit den Serben The Stone veröffentlichen sie nun ihr zweites Album. Vom Debüt ist nur noch Kacele übrig, der Rest der Band wurde durch das allseits beliebte Personalkarussell ausgetauscht, wobei Gionata Potenti (ist und war auch bei gefühlten 200 anderen Bands aktiv, darunter zum Beispiel für Krieg oder live für Enthroned) schon auf dem Debüt einen Song eintrümmerte.

Klingt jetzt alles, als wüsste ich, von wem ich hier spreche, aber ich kannte Kult bisher nicht. Deshalb war auch mein erster Gedanke: was für ein blöder Bandname. Nicht, weil ich den Namen an sich schlecht finde, aber er bringt natürlich eine extreme Erwartungshaltung mit sich. Entweder ist er satirisch gemeint (wer kennt die ganzen „trve kvlt“ Witze nicht?), dann darf hier alles gespielt werden, aber kein vernünftiger Black Metal, oder er ist ernst gemeint, dann sollte die Mucke am besten simpel, monoton und schlecht produziert sein. Soviel vorweg: Kult sind nicht albern, sie klingen aber auch nicht wie diverse ach so böse Vertreter der Kassettenrecordermitschnittschiene.

Das Intro verheißt mit unheilvollen Klängen erstmal nichts gutes, bis Kirchenglocken einsetzen und dem ganzen tatsächlich etwas Atmosphäre verleihen. Klingt trotzdem reichlich ausgelutscht, aber dann ist Vollgas angesagt. Ein Schrei, die Gitarren sägen, die Drums ballern vor sich hin. Es erinnert mich an den unvermittelten Einstieg in die „In Nomine Satanas“ von Ragnarok, ein Vergleich, der sich mir durch den kompletten Song aufdrängt. Die Gitarren sind zwar melodisch, aber insgesamt wirkt die Musik trotzdem sehr brachial, wenn auch nicht sehr innovativ. Die stimmlichen Variationen gegen Ende des Songs sind allerdings ziemlich cool.
Kult böllern sich mit einer gewissen „fuck off“ Attitüde durch die gesamte Scheibe und streifen dabei viele verschiedene Stilrichtungen. „Exercitus Mortorum“ zum Beispiel erinnert ein wenig an Satyricon aus diesem Jahrtausend: ein bißchen Black'n'Roll, das „fuck off“ wird hier richtig fett, dazu die Gift verspritztenden Vocals von Tumulash. Einfach ein Hit. Das hasserfüllte „To Flagellate Life“ wiederum könnte sich in den schnellen Passagen auch auf einer Endstille Scheibe nahtlos einfügen, während sich in anderen Songs eine gewisse Monotonie breit macht, die dann doch sehr nach dem angestrebten old school Black Metal klingt. Dann wiederum gibt es Raserei wie in „Into Deadly Coils“, das aber irgendwie nicht fertig klingt. Auch den einen oder anderen ruhigen Moment gönnen Kult uns, das ist jedoch nicht ihre größte Stärke. Zum Abschluss schlägt „Senza Pace“ nochmal ein wenig in die Black'n'Roll Kerbe, für mich ein gelungenes Finish.

Fazit: Kult liefern eine durchwachsene Scheibe ab. Offensichtlich sind hier vernünftige Musiker am Start, die auch Songs schreiben können und es gibt Momente, in denen die Platte einen begeistert. Aber genau da liegt das große Problem. Diese Momente hängen hauptsächlich vom Geschmack des Hörers ab, Kult agieren einfach zu beliebig und zu wenig eigenständig. Das Album klingt nach Stilsuche, wenn auch auf recht hohem Niveau. Mir persönlich würde es am besten gefallen, wenn sie die Black'n'Roll Schiene weiter ausbauen und Tumulash komplett von der Leine lassen, andere wiederum werden gerade diese Elemente hassen und sich einen anderen Weg für die Band wünschen. Das Potential ist auf jeden Fall da, die Band muss sich nur entscheiden, für was sie es nutzen wollen. Wie eingangs erwähnt sind Kult neu für mich, deshalb sei trotz der Kritik gesagt, dass sie eins auf jeden Fall geschafft haben: ich bin gespannt auf das dritte Album und wohin die Reise geht!

 


Olli für Lady-Metal.com