Locus Neminis - Endlos

Locus Neminis

Band: Locus Neminis

Album: Endlos

Label: Eigenproduktion

Release Date: September 2010

Genre: Black Metal

Rezensent: Flo

Tracklist:
01. Preludium
02. Morgenfrost
03. Der Turm
04. Multiversum
05. Endlos

Lineup:
Xarius - Gesang
Algor - Gitarre
Franz - Gitarre
Caoimhin - Bass, Gesang
Antimaterie - Keyboard
Boronian Sturmfels - Schlagzeug

Danke an Locus Neminis für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Das erste Lebenszeichen der Band LOCUS NEMINIS aus Linz kommt hier in Form einer Demo-CD. Auf gerade mal 100 Stück ist diese limitiert und wird von der Band selbst vertrieben. Die 2008 gegründete Band komponiert Black Metal mit symphonischer Ader.

Geradezu mystisch eröffnet sich dieses Album mit dem "Preludium" in einer Klaviermelodie, die von einem lauen Synthesizerklang umhüllt ist. Damit wäre bereits für die Atmosphäre vorgesorgt. Betrachtet man den nächsten Song "Morgenfrost", so kann man feststellen, dass diese mystische Nuance nicht anzutreffen ist. Das Klavier spielt bei LOCUS NEMINIS eine große Rolle, denn es vermittelt viele Hauptmelodien, was auf einen dominierenden Charakter schließt.
"Der Turm" führt den Stil vom vorherigen Titels fort, bis es plötzlich nach gut der Hälfte des Songs einen Wechsel gibt: Es folgt ein atmosphärischer Zwischenteil durch Keyboard und auch leiser Gitarre, umrahmt von geflüstertem Text, zum Vorteil für den Hörer, denn die Klaviermelodien drohen sehr schnell langweilig zu wirken.
Ab diesem Zeitpunkt und im darauf folgenden Song "Multiversum" wird endlich richtiger symphonischer Black Metal geboten. Da wird das Tempo auch mal in Form von Blastbeats des Schlagzeugs etwas angezogen und die Keyboardsounds rücken in den Hintergrund als Begleitung um die symphonische Stimmung hervorzurufen. Eher untypisch für Black Metal sind die bei LOCUS NEMINIS anzutreffenden Staccato-Rhythmen der Gitarren. Daher wirken diese Passagen meist etwas dem Death bzw. Thrash Metal angelehnt. Gesanglich wird durch den Mix aus Gekreische und tiefem Growling die nötige Abwechslung erreicht.
Der fünfte und letzte Song der Demo, der Titeltrack "Endlos", lässt sich auch wieder zum symphonischen Black Metal einordnen. Besonders punktet dabei der träge Teil nach etwa eineinhalb Minuten, denn dieser wirkt sehr melancholisch, nicht zuletzt durch den klaren Gesang. Der Aufnahmezeitraum von 2008-2009, vor dem Beitritt von Boronian Sturmfels, erklärt auch, warum für die Demo ein Drum-Computer verwendet wurde.

Fazit: Die Österreicher liefern hier als Demo-CD ein "zweigleisiges" Werk ab, denn bis zur Mitte des dritten Titels meint man nicht, dass dies symphonischer Black Metal ist, da das Klavier zu sehr vorherrscht. Die zweite Hälfte des Albums erweist sich jedoch als treffender, denn hier werden die Elemente des Stils mehr und besser vermittelt. Somit wird dies zu einer Scheibe, mit der sich wohl nicht jeder Black Metaller anfreunden könnte, wobei man auch anmerken muss, dass bei Demos die Maßstäbe nicht so hoch angesetzt werden, wie bei Full-Length-Alben.

Flo für Lady-Metal.com