Loss of Charity - Outside the Shadows

Loss of Charity

Band: Loss of Charity

Album: Outside the Shadows

Label: Selfreleased

Release Date: 18.10.2012

Genre: Metalcore / Melodic Deathmetal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. The Rising
02. Nothing will Change
03. Edge of Sanity
04. Outside the Shadows
05. Pale Inside
06. Heal my Scars
07. Why
08. Tomorrows Failure
09. Raise your Voice
10. My Hatred
11. As Daylight was fading

Lineup:
Paul Hahn – Vocals
Ian Roth - Guitars, Vocals
Simon Halter - Guitars, Vocals
Dominik Burgdörfer – Bass
Daniel Maier - Keyboard
Julian Arnold – Drums

Danke an Loss of Charity für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Leises Regenplätscher eröffnet diese Scheibe. Leider ist mir dieses Geräusch nach dem verregneten Herbs nur allzu vertraut und ich wische mir erstmal den Angstschweiss vor dem nächsten Regenschauer aus dem Gesicht. Glücklicherweise folgen schon nach wenigen Augeblicken Pianoklänge, Geigentöne und dezenter Schlagzeugsound, wodurch ich von meinem „Lieblingswetter“ abgelenkt werde.

LOSS OF CHARITY ist eine relativ neue Band aus dem urschwäbischen Dickicht Riedlingen.  Hierher verirren sich normalerweise höchstens Hirsche, die nach einem Autoaufprall ihre Orientierung eingebüßt haben. Doch nun schallt es, wie es so schön heißt, aus dem Wald heraus. Die Band besteht aus sechs Mitgliedern, die ihre Nische offensichtlich zwischen melodischem Deathmetal und Screamo suchen.

Schon der Opener „Nothing will Change” gibt an, wie auf dieser Platte der Hase läuft. Die Shouts klingen wirklich passabel und die Gitarrenarbeit wirkt für ein Erstlingswerk wirklich ausgereift. Auch die Produktion kann sich für ein selbstaufgenommenes Endprodukt wirklich sehen (ich bitte um Entschuldigung, natürlich hören) lassen. Gerade bei “Outside the Shadows” klingt der Bass erstaunlich satt abgemischt. Überzeugen können allem voran die Soli der Mehrseiter und das zwischenzeitlich angenehm gezielt eingesetzte Keyboard.

Leider bietet diese Platte nicht nur Anlass für Lob. Es handelt sich zwar um ein Debüt-Album, weshalb ich mich von der Gitarrenarbeit durchaus beeindruckt zeige, doch trotz allem können manche Punkte nur schwer entschuldigt werden. Beide Gitarristen stehen ihrem Frontsänger mit cleanen Vocals zur Seite. Es tut mir wirklich Leid, dies in solcher Deutlichkeit schreiben zu müssen, doch keiner der beiden wehrten Herren schafft es auch nur einen Ton zu treffen (Bei “Heal my Scares” blieb mir wirklich die Spucke weg, obwohl ich bis zu diesem Punkt schon dachte, bereits alles gehört zu haben). Bitte bleibt bei der Arbeit an euren Instrumenten und schenkt das Mikrofon euren Schwippschwagern zum Geburtstag (Dann hat man nach altschwäbischer Tradition sogar noch etwas gespart). Zudem wirken die Songstrukturen ziemlich berechenbar, da wohlbekannt. Hierdurch nimmt die Spannung gegen Ende der Platte kontinuierlich ab. Bei weiteren Veröffentlichungen würde ich mich über eine Weiterentwicklung in diesen Bereichen wirklich freuen.

Fazit: LOSS OF CHARITY klingen ein wenig wie PHOENIX RISING zu ihren Anfangstagen. Allerdings ließen sich die Kollegen eine Menge Zeit, bevor sie ihre erste Platte veröffentlichten. Diese vorangegenagene Erfahrung fehlt der jungen Band aus Riedlingen scheinbar noch. Ihr Werk klingt satt und schafft es seine Hörer an manchen Stellen wirklich aufhören zu lassen (Der weibliche Gesang bei “Why” bot beispielsweise eine gesunde Abwechslung). Allerdings gibt es noch stark hörbare Schwächen. Gerade der absolut missglückte Klargesang zieht manche Songs unwiederbringbar in die Tiefe, obwohl diese ansonsten sicherlich Potential gehabt hätten. Ich bin gespannt, wie sich diese Band entwickelt und was es auf der nächsten Scheibe zu hören gibt.

Hardy für Lady-Metal.com