Puteraeon - Cult Cthulhu

Puteraeon

Band: Puteraeon

Album: Cult Cthulhu

Label: Cyclone Empire

Release Date:
01.06.2012

Genre: Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
1. The Great Epidemic of 1846
2. Children of Dagon
3. The Azathoth Cycle
4. Shoggoth
5. Flesh Architect
6. In The Vault
7. Conlaceratus
8. Walking With Shadows
9. Shapeshifter
10. A Bolt From The Grave
11. Liberation

Lineup:
Jonas Lindblood  – Vocals, Guitars
Rune Foss – Guitars
Daniel Vandija – Bass
Andres Malmström - Drums

Besten Dank an Cyclone Empire zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Noch keine fünf Jahre hat die Schweden-Combo PUTERAEON auf dem Buckel. Somit dürften die Jungs noch als Newcomer im Deathmetal-Bereich durchgehen. Mit ihrem Erstgeborenem „The esoteric Order“ konnten sie bereits einige gute Kritiken einheimsen, wodurch ihnen vergangenes Jahr schon ein Platz in der Running Order des Party-San-Festivals sicher war. Mit „Cult Cthulhu“ wurde nun vor kurzem der zweite Langspieler veröffentlicht, den wir nun mal etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Mit dem ersten Song „The Great Epidemic of 1846“ wird dem Hörer gleich mal gezeigt wo der Hammer hängt. Wenn die CD richtig herum in die Stereoanlage eingeführt wurde, machen die tiefe Stimme und die bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Gitarren klar, was in der nächsten Dreiviertelstunde Programm ist – nämlich die pure Lust an oldschooliger Schweden-Zerstörung.

In den meisten Tracks herrscht ein steter Wechsel zwischen stampfendem Mid-Tempo-Riffing und schnellen Blastbeat-Einsätzen (Children of Dagon, Conlaceratus, Walking with Shadows). Hierdurch entsteht eine gewisse Unberechenbarkeit, die über standard null-acht-fünfzehn Songstrukturen erhaben ist.
Zudem haben viele Titel einen ganz eigenen Charakter, der sie von dem Rest der Scheibe abhebt.
„In The Vault“ hält sich beispielsweise im Tempo stark zurück und entführt die Hörer dadurch für wenige Minuten in düstere Doommetal-Gefilde.

„Shoggoth“ und „A Bolt From The Grave“ haben hingegen starke Gore-Einflüsse und werden somit live auch den Grindcorern im Publikum einen ordentlichen Pit bieten können. Doch auch den alteingesessenen Deathmetallern wird genügend Stoff geboten. Bei „Flesh Architect“ darf z.B. gegrooved werden bis das Schwindelgefühl einsetzt.

Zieht man ein Resümee über die gesamte Spielzeit, drängen sich Vergleiche zu Bands wie GRAVE, PURGATORY oder CASKET auf. Gerade die starken Tempi-Wechsel erinnern zudem stark an die ähnlich aufgebaute Musik von DEHYDRATED oder alte Werke von VADER. Die namenhaften Vergleiche machen bereits deutlich, dass  PUTERAEON mit ihrer neuen Platte wieder einiges zu bieten haben.

Trotz des vielen Lobes würde ich mir wünschen, dass die Gruppe ihren Stil noch ein wenig ausbaut und sich von bestehenden Konventionen löst. Der richtige Weg ist durchaus eingeschlagen. Wenn es PUTERAEON nun noch schaffen sich von den großen Vorbilden zu lösen, haben sie Potential, selbst noch zum Deathmetal-Himmel aufzusteigen.

Fazit:  PUTERAEON liefern mit „Cult Cthulhu“ ein gelungenes Zweitwerk ab, welches sicherlich einer Menge Grindcorern und Deathmetallern das Weltuntergangsjahr versüßen wird. Da das Tempo innerhalb der Songs immer wieder wechselt, wird ein Monster erschaffen, dass mal schleicht, mal läuft und mal rennt. Doch völlig unabhängig davon, in welcher Geschwindigkeit geholzt wird, Spaß macht diese Scheibe eigentlich die ganze Zeit über. Das einzige Manko sind die vielen Parallelen zu anderen Bands, die sich relativ bald bemerkbar machen. Wenn die Jungs für ihr nächstes Album den eigenen Stil noch festigen können, ist ihnen der Deathmetal-Grammy zumindest schonmal von mir sicher.

Hardy für Lady-Metal.com