Urfaust - Apparitions

Urfaust

Band: Urfaust

Album: Apparitions

Label: Ván records

Release Date: 06.03.2015

Genre: Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. The End Of Genetic Cirlces
02. Apparitions
03. The Healer
04. The River

Lineup:
VRDRBR - Drums, Bass
IX - Vocals, Guitars

Besten Dank an Sure Shot Worx zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Tja, bei URFAUST handelte es sich ja schon bei dem Urknall ihrer Existenz um Ausnahmekünstler mit einem ganz eigenen unverkennbaren Stil. Spätestens seit "Der freiwillige Bettler" ist das Duo aus den Niederlanden Kult und zieht auf Konzerten häufig mehr Zuschauer an, als übergeordnete Headliner (Z.B. während ihrem Heimspiel auf dem Eindhoven Metal Meeting). Mit ihrer Single "Die erste Levitation" ließ man den Blackmetal der Anfangstage weitestgehend hinter sich und wagte sich eher in die Gefilde psychodelischer Rockmusik vor. Nach anfänglicher Skepsis war ich von diesem neuen Weg sehr angetan und wurde auch von der ähnlich ausgerichteten Split mit den Dark-Country-Heroen KING DUDE nicht enttäuscht. Nun bin ich äußerst gespannt, was Dr. Jekyll und Mr. Hyde auf ihrer neuen EP "Apparitions" verbrochen haben.

Der erste Song "The End of Genetic Circles" ist ein reines Instrumental und besteht fast ausschließlich aus Samples, wodurch das Ganze eher wie ein sehr langes Intro wirkt. Richtig startet die Platte gefühlt also erst mit dem titelgebenden Stück "Apparitions", welches schon deutlich stärker nach dem klingt, was ich mir von dieser Auskopplung erhofft hatte. Sehr schleppend und atmosphärisch kriecht der Song durch eine Wüste aus Dreck und Staub. Der inzwischen bekannte chorale Gesang komplettiert die Weltuntergangsstimmung und lädt dazu ein, die Augen zu schließen und sich den düsteren Beigeschmack langsam auf der Zunge zergehen zu lassen.

Auch der Rest dieses Minialbums reiht sich nahtlos in das jüngere Songmaterial des Duos ein. Vereinzelt ist sogar der ein oder andere Schrei zu vernehmen, welcher sich zwischen den tiefen und hallenden Männerstimmen verirrt zu haben scheint. Der Abschlusstrack "The River" glänzt durch eine Spielzeit von über 20 Minuten, wodurch eine Gesamtlänge erreicht wird, die andere Bands nicht einmal mit ihren Langspielern überschreiten. Es wird somit einiges geboten. Klar ist, wer mit rockigem Blackmetal rechnet, wie er mit "Drudenfuß" geboten wurde, wird mit diesem Output nicht glücklich. Wer hingegen in der Lage ist, auch ruhigerem Post-Metal oder Ambientmusik etwas abzugewinnen, wird mit "Apparitions" sicherlich warm werden.


Fazit: Die Herren VRDRBR und IX waren auf ihren letzten Pressefotos schon mit Kerzen und Gin zu sehen. Der hierdurch vermittelte Eindruck verrät bereits einiges über die aktuelle musikalische Ausrichtung. Äußerst langsam und ruhig, ja fast besinnlich, wird dieser Tage agiert. Jeder Ton wird kalkuliert eingesetzt und jedem Klang wird Raum gelassen sich zu entfalten. Fans ausschließlich extremer Musik rate ich von dem Konsum dieses Albums dringend ab! Freunden der letzten Veröffentlichungen empfehle ich aber ebenso dringend ein Probehören!

Hardy für Lady-Metal.com