Valkynd
Quelle: Naturmacht Productions

Valkynd - Erdgesänge

Band: Valkynd

Album: Erdgesänge

Label: Naturmacht Productions

Release Date: 19. Juli 2012

Genre: Folk, Ethno, Avantgarde, Ambient

Rezensent: Laura

Tracklist:

1. ndooe
2. han
3. hej
4. sijema
5. pangeaea
6. ayo
7. aydahej
8. nausema

Line Up:

Valdkynd

Besten Dank an Naturmacht Productions für das Material!

Beurteilung

Musik kann vieles sein. Sie kann schrill und auffällig sein. Sie kann Gefühle begleiten und beschreiben. Sie kann auch Gefühle erzeugen. Selten ist sie aber eine Essenz aus Gefühl, einem Urgefühl, das nicht unserem Alltag entspringt, sondern tiefer in uns verwurzelt ist und erst zu Tage tritt, wenn man sich Zeit für sich selbst nimmt und zu sich und seiner Herkunft findet. Valkynd macht Gefühlessenz, die Gefühle sind urig, das ist auch das, was das Genre „ritualistic folk“ wohl eher umschreiben will als eine Hexe, die im Wald um einen Steinkreis springt. Dieses Bild einer springenden Hexe kommt stellenweise auch auf, aber nur oberflächlich. Das Prinzip ist einfach: Trommelrhythmus und schlichte, uralt anmutende Instrumentalisierung. Und ein Gesang, der fesselt, weil er anders klingt. Kehlig und schrill ist es teilweise, an anderer Stelle wieder nur ein Flüstern, dann wieder scheint alles ganz „normal“ zu sein. Man muss sich nicht sonderlich auf die Musik einlassen, daherplätschern könnte man sie auch lassen. Das Album wird von einfachen Melodien getragen, die durch ihre Wiederholungen an Eindringlichkeit gewinnen. Wenn man sich aber konzentriert auf das Geschehen einlässt, dann kann man die Energie des Albums fast greifen.
Es beginnt mit einem hellen Damengesang, begleitet von einem tiefen Brummen, Trommeln und weitere Percussion setzen ein und setzen durch ihre Schnelligkeit einen Kontrast zum Gesang, der irgendwie abseits der Percussion und ruhig wirkt. Das Ende kommt plötzlich. Im nächsten Stück ist Klavier Rhythmusträger, dann Percussion und Gesang, der –mehrstimmig und rauer - sich diesmal steigernd dem Geschehen einfügt, auch mal aussetzt, um dann mit seiner Wiederholung die ebenfalls ausgesetzte Instrumentalisierung zurückzuholen. Beim dritten Titel erinnert die Stimme an eine Hexe oder an den ritualistischen Gesang von Medizinfrauen, die von schnellem Trommeln begleitet wird. Die Wildheit endet und ein Klagegesang, nun wieder klar, setzt ein. Die Ruhe hält aber nicht lang an, der Beginn wiederholt sich abermals. Am Ende steht ein beruhigendes Singen. Sijema, das nun folgt, klingt in seiner Verbindung von Klavier und Percussion schon fast popig, der Gesang ist wieder hell und eher sanft. Dieses Lied ist wegen seiner Normalität in meiner Wahrnehmung der schwächste Titel auf dem Album. Beim folgenden Titel wirkt der diesmalige Hauptträger, die Percussion, wieder atmosphärischer, mystischer, gestützt von dem Gesang. Noch intensiver wird es mit Ayo; der Gesang geht in Richtung von dem, was man sich unter schamanisch vorstellt. Die Trommeln sind wieder schnell, die Stimmen aber getragen. Geheimnisvoll und gesangsgetragen wird es mit dem nächsten Stück, in dem Valkynd eine ruhige Seite präsentieren. Den Abschluss macht ein schneller gesungenes Vokalstück, schon vorbei, bevor man richtig hingehört hat.


Fazit: Valkynd ist für Freunde der Naturklänge gemacht. Es ist einfach gemacht und stellenweise ein wenig schrill, was aber wohl dem Genre zugehörig ist.

 

Laura für Lady-Metal