Vanhelga - Sommar

Band: Vanhelga

Album: Sommar

Label: Art of Propaganda

Releasedate: 04.11.2013

Genre: Depressive Black Metal

Rezensent: Olli

Tracklist:
01. Aftermath
02. Another Side (of me)
03. Sommar
04. Välkommen In
05. Vid Skymningens Gräns
06. Levande Begravd I Pffitvingad Fffingenskap (8mmcl)
07. Döda Vita Drömmar

Lineup:
145188: All instruments
1853: Lyrics

Besten Dank an Against PR für die Bereitstellung des Albums

Beurteilung

Vanhelga aus Schweden sind in den letzten Jahren ziemlich fleißig zugange. So kommt die EP Sommar gerade mal ein gutes halbes Jahr nach dem letzten Album "Höst" auf den Markt. Die Band wurde in der Zwischenzeit durch 1853, bekannt von Lifelover, ergänzt. Die Marschrichtung dürfte damit auch klar sein, es gibt depressive bis suizidale Schwarzwurzelmusik auf die Ohren.


"Aftermath" beginnt auch gleich mit dem typischen räudigen und kalten Sound, der zu dieser Art von Musik einfach dazu gehört. Die Gitarre sägt ziemlich monoton vor sich hin, der Gesang kratzt an den Nerven und das ganze Teil geht mir einfach auf den Sack. Was ok ist, die Musik will ja nicht gefallen, sie will verstören. Das Album transportiert durchweg diese Stimmung und doch wird immer wieder etwas Abwechslung geboten. Das Riff in "Another Side (of me)" hat schon beinahe was von Kindermelodie, was einen ziemlich abgefahrenen Kontrast zum Gesamtsound bildet, und die Gitarrenarbeit im Titeltrack "Sommar" wirkt geradezu filigran und verspielt im Vergleich zu den trägen Riffs, die ansonsten das Grundgerüst bei Vanhelga bilden. Gesprochene Passagen, irres Lachen und sogar etwas Klargesang bekommt man ebenfalls geboten, genauso gibt es auch die oder andere schnellere oder fast schon groovende Stelle auf dem Album. In "Levande Begravd I Pffitvingad Fffingenskap (8mmcl)" entsteht sogar ein ziemlich majestätischer und schöner Moment, auch wenn er natürlich nicht allzu lange währt. Langeweile kommt in diesem Sinne also nicht auf, auch wenn sich eine gewisse Monotonie und Leere natürlich durch die gesamte Platte zieht, aber das ist auch das Ziel. Groß über einzelne Songs zu reden ist hier deshalb auch müßig, da genretypisch eben nicht allzu viel aufregendes passiert und der Teufel sich nur hier und da im Detail versteckt.


Fazit: Vanhelga stellen auf Sommar keine großen technischen Fähigkeiten zur Schau, das Songwriting wirkt manchmal auch ziemlich spontan bis zufällig und der Sound ist sowieso mies. Und trotzdem, die Platte hat Atmosphäre, ist durchaus kreativ und macht an manchen Stellen sogar Spaß, obwohl sie das vermutlich nicht will. Für Fans der Depressive Black Metal Schiene sicher ein Highlight, Freunde der filigranen Kunst mit Ansprüchen an die Produktion lassen hier besser die Finger weg.

Olli für Lady-Metal.com