Varg - Rotkäppchen

Varg

Band: Varg

Album: Rotkäppchen

Label: Napalm Records

Release Date: 09.10.2015

Genre: Pagan Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Rotkäppchen 2015
02. Ein Tag wie heute
03. Abendrot
04. Red Riding Hood
05. Rødhette
06. Rotkäppchen 2011
07. Rotkäppchen 2015 Karaoke
08. Rotkäppchen im Bierzelt

Lineup:
Freki - Vocals
Fenrier - Drums
Skoll - Bass
Hati - Guitars
Managarm - Guitars, Vocals

Besten Dank an Napalm Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

VARG haben sich über die Jahre aus verschiedenen Gründen regelrechten Kultstatus angeeignet. So sorgte das politisch größtmöglich inkorrekte Foto Frekis für ähnliches Aufsehen, wie die Verstrickungen zu fragwürdigen Veranstaltungen (verwiesen sei hier auf die ominösen Gästelisten des Wolfzeit-Festivals). Auch der geschickt inszenierte Zielgruppenwechsel von der Blackmetal-Fraktion zu dem immer größer werdenden Deutschrockpublikum (u.a. der Festivalauftritt auf der Gond oder die Vorbandfunktion für die KRAWALLBRÜDER) dürfte in vielen Mündern für Gesprächsstoff gesorgt haben. Nichts desto trotz wächst der Bekanntheitsgrad der Band immer weiter und die gefüllten Plätze auf verschiedenen deutschen Festivals zeigen ziemlich eindeutig, wie stark das Interesse an dieser Combo inzwischen geworden ist. Nun steht seit wenigen Tagen eine neue EP namens "Rotkäppchen" in den Läden, um die Wartezeit auf das neue Album zu verkürzen. Wir haben das Material der Scheibe einmal für euch unter die Lupe genommen und genau inspiziert.

Zunächst möchte ich einige Worte über die Aufmachung dieser EP verlieren. So kommt die CD in einem schicken A5-Format daher, welches an Veröffentlichungen von EISREGEN oder VRANOROD erinnert. Somit dürfte sich das Werk zumindest gut in jedes anständig gepflegte CD- oder DVD-Regal einfügen. Auch die Spielzeit der CD ist nicht von schlechten Eltern. So wird mit acht Lieder weit mehr geboten, als auf den EPs vieler vergleichbarerer Bands.

Leider gibt es nicht viel mehr positives über "Rotkäppchen" zu berichten. So befinden sich leider nur zwei neue Songs auf der CD. Diese beiden Stücke namens "Ein Tag wie heute" und "Abendrot" richten sich ganz klar an das Publikum, welches auch schon auf dem letzten Album angesprochen wurde. So sind die beiden Stücke mitsingtauglich und laden eher zum Pogo ein als zum gepflegten Headbangen.

Neben den erwähnten Neukompositionen befinden sich lediglich (gefühlt unzählige) Neueinspielungen des namensgebenden Songs" Rotkäppchen". Wer diese Aufnahmen benötigt, entzieht sich allerdings in vollstem Maße meiner Vorstellungskraft. So handelte es sich, zumindest meiner Ansicht nach, bei diesem Song ohnehin um eine eher schwache Leistung der Band. Doch selbst wenn jemand anderer Meinung sein sollte, muss er mir bitte erklären, welcher Fiebertraum sowohl Einspielungen mit unterschiedlichsten Sängern (ALESTROM und TROLLFEST) als auch eine Karaokeversion rechtfertigt. Absolut wird der Zenit aber mit " Rotkäppchen im Bierzelt" überschritten, bei welchem es sich um eine Bierzelt-Schunkelfassung des zu Tode wiederholten Liedguts handelt. Paganmetal trifft auf Cannstatter Wasen - Nein danke! Der Tag, an dem ich meinen Patronengurt gegen Lederhosen und Karohemd tausche muss erst aus dem Äther gekrochen kommen.

Fazit: Für den stolzen Preis einen Langspielers wird auf der aktuellen EP weit weniger geboten, als potentielle Käufer erwarten dürften. Abgesehen von einer schicken Aufmachung handelt es sich eher um ein Konglomerat unnötiger Neueinspielungen eines ohnehin schon albern geratenen Songs. Sogar als Fan sollte man sich die Anschaffung dieser Scheibe wirklich gut überlegen.

Hardy für Lady-Metal.com