Vesen - This Time it's personal

Vesen

Band: Vesen

Album:
This Time it's personal

Label: Soulseller Records

Release Date: 31.08.2012

Genre: Black Metal / Thrash Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:

01. The Threat
02. This Time It's Personal
03. Billions
04. Where The Children Go To Die
05. Chained and Bled
06. Pressure
07. We Walk Alone
08. Rubicon
09. Triumph
10. Fear Of Skin
11. Stabber

Lineup:
Thomas Ljosak – Guitars and Vocals
Ronny Ostli – Guitars and Vocals
Kenneth Solbo Andersen – Bass
Dag Olav Husas – Drums

Besten Dank an Soulseller Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

VESEN veröffentlichen mit dem Album „This Time it's personal“ ihren vierten Langspieler, auf dem laut Label wieder schmutziger Thrash mit Blackmetal-Einschlag gespielt wird. Nachem der Trupp um die DEVIL-Members Ronny und Thomas dieses Jahr bereits auf dem Inferno-Festival in Oslo spielte, dürfte er mitlerweile auch einige Mattenschwinger auf sich aufmerksam gemacht haben. Ich persönlich hatte mit der Band bisher kaum Kontakt und bin somit nicht wenig gespannt, als das Intro verklingt und mit dem Titel-Track der erste Song seinen Weg in meine Ohren findet.

Herr Ljosak und seine Kollegen treten alles in die Tonne, was seit Jahren in sämtlichen Aggressionsbewältigungs-Kursen gelehrt wird und nehmen es wirklich persönlich. Rotz-rockig gibt sich der Charme des Songs, der mich gleich an alte SODOM-Kracher wie „Don't walk away“ erinnert. Eine scheppernde Aufnahme und wütender Keifgesang, der hin und wieder durch oldschoolige Growls ergänzt wird, komplettieren den Sound und schaffen somit eine Mischung, wie man sie bereits bei CARPATHIAN FOREST oder NIFELHEIM kennen und lieben gelernt hat.

Spätestens bei den verzerrten Vocals in dem Song “Billions“ möchte man seine Ganzkörper-Leder-Kluft aus der Kiste kramen und sich vor Trueness einen Gemächtschutz vor den Latz tackern. Es sollte klar sein, dass auf dieser Scheibe keine besonders anspruchsvollen Klangwelten geschaffen werden. Alles klingt irgendwie, als hätte man es zuvor schon einmal gehört. Allerdings ändert dieser Umstand nichts daran, dass Titel wie „Chained and bled“ oder „Triumph“ den richtigen Soundtrack für einen feuchten Abend in einer schmierigen Kneipe liefern. In dem Track „Where the Children go to die“ findet sich gegen Ende sogar eine cleane Gesangsspur. Solche Passagen verschaffen der Platte zwar keinen Preis für außergewöhnliche Innovation, sie sorgen jedoch für eine gewisse Abwechslung zwischen den einzelnen Songs.

Progressive Gitarrenriffs wie zu Beginn von „Pressure“ wecken immer wieder Erinnerungen an alte Stücke von IMMORTAL, was durchaus als Kompliment aufgefasst werden darf. Ansonsten wird sich meist auf eine schlichte Folge von wenigen Riffs beschränkt, die offensichtlich eher auf Eingängigkeit setzt anstatt sich in komplexen Strukturen zu verlieren. Deshalb sollte sich jeder Interessent darüber bewusst sein, dass dies keine Musik für Fans von verspieltem Post-Blackmetal oder schnellem New-Wave-Thrash ist. Stattdessen werden Oldschooler angesprochen, die ihren Spaß an Platten von BLIZZARD, DARK ANGEL oder DESASTER haben.

Fazit: Was würde uns ein Raum voll leerer Whiskey-Flaschen und zerknäulten Zigarettenschachteln erzählen wenn er es könnte? Ich weiß es nicht genau, allerdings bin ich mir sicher, dass es sich so ähnlich anhören würde wie der Sound von VESEN. Wütend, versoffen und nicht bereit irgendwelche Kompromisse einzugehen – Genau so zeigt sich das neue Album der Norweger. Diese Leck-mich-am-Arsch-Attitüde macht sich natürlich auch in den Strukturen der Songs bemerkbar. Es wird weder etwas Neues, noch etwas ungeahnt Komplexes geboten. Die Fans werden hierfür allerdings mit einer Mischung aus rockigem Black- und Thrashmetal entschädigt, wie er früher von SODOM gespielt wurde. Es kommt bei diesem Album also ganz darauf an, was man von ihm erwartet. Ich glaube kaum, dass es eine musikalische Revolution in Gang setzen wird. Allerdings werden sicherlich eine Menge Menschen ihren Spaß an dieser Musik haben, während sie zwischen Tabakqualm und Bier ihr Wochenende genießen.

Hardy für Lady-Metal.com