Vikingore - Wolves in the Battlefront

Vikingore

Band: Vikingore

Album: Wolves in the Battlefront

Label:
Noisehead Records

Release Date: 15.02.2013

Genre:
Death Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. The Wrath
02. Ymmirs Disembowelment
03. Justices Fall
04. Feasting upon the Butchered
05. The Witchery
06. The Undeads Rising
07. Forgotten by the Gods
08. Red Fog
09. The Wisdom

Lineup:
Angel Martinez - Vocals
Rafael Arenas - Guitars
Adrian Munoz - Guitars
Alberto Vela - Bass
Joaquín Mesa – Drums

Besten Dank an Noisehead Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Wir schreiben das Jahr 2005. In einem spanischen Meer aus Klischees wie Stierkämpfen oder solariumgebräunten Salsatänzerinnen erhebt sich ein Wikingerschiff, welches mit blutrot gefärbten Segeln Richtung Valhall fährt. VIKINGORE nennt sich die junge Band, von der dieses Szenario berichtet. Es handelt sich hierbei um fünf mehr oder minder junge Männer, die versuchen Deathmetal der schwedischen Schule zu spielen. Klingt komisch, ist aber so – und wie sich das ganze anhört, sollt ihr gerne erfahren.

Bereits 2007 veröffentlichte die Band ihre ersten Demoaufnahmen und wurde auf nationaler Ebene bereits zu einigen Veranstaltungen eingeladen, um ihr Material live vorzustellen. Seitdem ist der Bekanntheitsgrad der Band zwar gewachsen, überregional wurden die Banner allerdings noch nicht erspäht. Ich hoffe dies wird sich mit dem vorliegenden Debüt-Album nun endlich ändern. Schon der Titel der Scheibe „Wolves in the Battlefront“ spielt auf die Asenkriege der Göttersage an. Auch die Texte der Songs handeln weitestgehend von keltischen Mythen (Ymmirs Disembowelment) und Schlachten (The Undead's Rising).

Doch was wird dem Hörer musikalisch geboten? Die Kompositionen orientieren sich hörbar an alten AMON AMARTH. Zudem lassen sich Parallelen zu deutschen Bands wie UNLEASHED oder TARABAS heraushören. Es wird somit zwar ordentlich geholzt, allerdings sind die starken Einschläge anderer Bands nicht von der Hand zu weisen. Auch das Niveau des Riffings oder des Songwritings bleibt hinter den genannten Vorbildern weit zurück. Schade eigentlich, die Demos der Truppe hatten mich wirklich neugierig gemacht. Allerdings fand zwischen den ersten Promos und diesem Studioalbum keine nennenswerte Entwicklung statt. Selbst die Abmischung wirkt mittelschwer unausgereift. Ein sattes Schlagzeug lässt die rauschenden Gitarren glatt in den Hintergrund treten und unwiederbringbar in den Tiefen Hels versinken, wodurch den Songs ein entscheidender Teil verloren geht.

Selbstverständlich hat „Wolves in the Battlefront“ auch seine Stärken. Die Growls klingen tief und hasserfüllt als hätte sie Karl Willetts höchstpersönlich eingebrüllt. Die rockigen Basslines sorgen zusätzlich für einen latenten Groovefaktor, den man erst bemerkt, wenn er sich bereits bis tief in die Glieder geschlichen hat. Es besteht somit durchaus Potential für einige Hits. Allerdings haben VIKINGORE auf diesem Album ihre meisten Chancen verstreichen lassen. Glücklicherweise bin ich jung und kann warten. Hoffentlich erfüllt das Zweitwerk mehr meiner Erwartungen.

Fazit: VIKINGORE spielen Schwedendeath der alten Schule. Gerade Fans des Pagan- oder Vikingdeaths könnten sich für die Songs interessieren. Leider gibt es in diesem Bereich eine starke Konkurrenz, was „Wolves in the Battlefront“ nicht gerade entgegen kommt. Zu unausgereift klingen Komposition und Mastering. Ich empfehle eingefleischten Szenefans ein vorsichtiges Antesten. Allen anderen rate ich dazu, doch eher auf die nächste Veröffentlichung der Spanier zu warten.

Hardy für Lady-Metal.com