Vintersorg - Orkan

Vintersorg

Band: Vintersorg

Album: Orkan

Label: Napalm Records

Release Date: 29.06.2012

Genre: Folk Metal

Rezensent: Roba

Tracklist:

01. Istid 

02. Ur Stjärnstoft Är Vi Komna 

03. Polarnatten 

04. Myren 

05. Orkan 

06. Havets Nåd 

07. Norrskenssyner 

08. Urvädersfången 

Lineup:

Andreas Hedlund

Mattias Marklund

Besten Dank an Napalm Records für das Material

Beurteilung

Die schwedischen Folkmetaller aus Schweden haben seit zwei Tagen ihr neuestes Werk „Orkan“ über Napalm Records veröffentlicht. Die Band an sich besticht schon seit einiger Zeit, vor allem seit der beiden Alben „Till Fjells“, welches auch ich mein Eigen nennen darf, und „Ödemarkens Son" mit einer sehr eigenen Art des Folkmetal. Geprägt von den schwedischen Wurzeln und durch die unverwechselbare Stimme von Andreas Hedlund, gingen sie stets einen besonderen Weg in diesem Genre. Auch der größere Klassikeinfluss gab dem Folkmetal neue Facetten. 

Auf „Orkan“ nun fällt sofort eines auf: Die Stimme klingt überhaupt nicht mehr wie auf den Alben zuvor. War sie vorher noch ein sehr kehliges Singen, das vor allem Epik verbreiten sollte, so ist sie jetzt ein normaler Klargesang. Für mich hat das zur Folge, dass es nicht mehr Nach Vintersorg klingt, so wie ich es kenne. Das Geschrei klingt zwar sehr gut, aber zusammen mit den Melodieläufen und dem Riffing drängt sich bei mir immer wieder ein Gedanke auf: Das klingt wie Manegarm mit klassischem Anstrich.

Die Frage nach dem Warum kann ich nicht beantworten, dazu äußert sich der Künstler vielleicht in Interviews, aber ich kann es mir nur so erklären, dass wohl ein paar Kritiker den Gesang der Vorgänger negativ einschätzten. Vielleicht will sich Vintersorg einer breiteren Masse öffnen. Wenn dem so ist, dann sollte das gelingen, denn die sehr typische Vintersorgstimme ist nicht mehr vernehmbar. Die Frage ist natürlich, ob es sich von der künstlerischen Seite lohnt oder es für die Band spricht, Identitätsverlust für die Anpassung an die Masse zu betreiben. 

Man darf es nicht falsch verstehen, das Album ist objektiv gesehen sehr gut geworden. Die Musik ist abwechslungsreich und man hört das Schwedische immer noch vom ersten bis zum letzten Ton heraus. Doch das starke klassische Gewand gepaart mit dem neuen Gesang muss nicht für jeden etwas sein, vor allem nicht für alte Hardliner. 

Fazit: Vintersorg gehen neue Wege. „Orkan“ ist ein gutes Album, aber es sollte vor allem offene bzw. neue Fans ansprechen. Ich zumindest kann nicht allzu viel vom alten Vintersorg wieder erkennen, obwohl die Kompositionen schon an die Band erinnern. Doch zu viel erinnert ebenso an Manegarm, meiner Meinung nach, was vor allem dem Gesang geschuldet ist. Warum und wieso ist wie gesagt mir nicht bekannt. Trotzdem ist die Produktion sehr gut, die Atmosphäre klasse und für Abwechslung ist auch gesorgt. Ein Werk, was seine Fans polarisieren wird.

Roba für Lady-Metal.com