Vranorod - Dreamlike Fading

Vranorod

Band: Vranorod

Album: Dreamlike Fading

Label:
Der neue Weg Productions

Release Date:
06.2012

Genre:
Shoegaze/Post-Rock

Rezensent:
Chris

Tracklist:
01. Five Inches Above Me
02. Colors
03. This World We'll Fly Off
04. Paris Subway 2AM
05. Secret Teller
06. Laudanum
07. She Comes To The City
08. Kiss Me Back (While I'm Wounded)
09. Dreamlike Fading

Lineup:
Jelena - Vocals
Igor - Guitars, Vocals
Nemanja - Guitars
Uros - Bass
Dusan - Drums

Vielen Dank an Der neue Weg für das zur Verfügung stellen des Materials.

Beurteilung

Wieder einmal landet eine, bis dahin, unbekannte Band bei mir auf dem Schreiberlingstisch. Es handelt sich um die Formation VRANOROD, die aus Pirot in Serbien stammt. Die Haupteinflüsse ihrer Musik kommen aus den Bereichen Shoegaze und Post-Rock. Dazu gesellt sich eine Prise Alternative Pop. Interessant zu lesen sind auch die musikalischen Einflüsse der, 2008 gegründeten, Band. Dort sind Gruppen wie Sigur Rós, Joy Division, Nirvana, Burzum, The Gathering, Amesoeurs, Mogwai, Vangelis, Enigma, Agalloch oder Ulver zu lesen. Eine mehr oder weniger bunte Mischung.

Was gleich beim ersten Song "Five Inches Above Me" auffällt ist, dass die Serben für eine Shoegaze/Post-Rock-Truppe ziemlich positiv klingen. Der Song könnte mit dem männlich-weiblichen Doppelgesang und dem ohrwurmverdächtigen Refrain geradezu auf der nächsten Studentenparty laufen. In ihre schnellen Rhythmen verpacken die Musiker gekonnt ruhig-atmosphärische Passagen, die vom Gesang der Frontfrau Jelena ergänzt werden und ihre Stimme gekonnt tragen. Ein nahezu perfektes Wechselspiel, das der Hörer hier erleben darf. Diese Elemente sind auch gleichzeitig die große Stärke des Albums. Bei "This World We'll Fly Off" klingt die Stimme von Igor sehr stark nach Joy Division oder Sisters of Mercy. Dieser krasse Kontrast zum weiblichen Gesang wirkt hier sehr intensiv nach und könnte gerne mehr Einsatz im Verlauf der Platte finden. Beim Stück "Paris Subway 2AM" versucht sich die Formation dann auch an leichten Metal-Anleihen, die durch aggressivere Vocals zum Ausdruck kommen. Allerdings verändert sich an der musikalischen Mischung aus Leichtigkeit und Depression rein gar nichts und macht das wirklich interessant und gleichzeitig verstörend. Auffällig ist auch, und das ist dann wohl dem poppigen Einschlag zu verdanken, dass gerade mal ein Song ("Secret Teller") die Sechs-Minuten-Marke überschreitet und gleichzeitig stark an Anneke van Giersbergen erinnert.

Als Anspieltipps kann man hier "This World We'll Fly Off", "Paris Subway 2AM" und "Secret Teller" nennen. Auf jeden Fäll hätte ich nie erwartet, dass hier Serben am Werk sind, wenn ich es nicht schon im Vorfeld gelesen hätte. Doch man lässt sich ja gerne eines Besseren belehren.

Fazit:
Hin- und hergerissen bin ich von diesem Werk, dass wahrlich den Titel "Dreamlike Fading" verdient hat. Mit dieser Musik im Hintergrund lässt es sich gekonnt ins Land der Träume abdriften. Dies ist aber ganz und gar nicht negativ. Die Musik wirkt in ihrem Gesamtbild einfach beruhigend und entspannend, womit auch die Shoegaze/Post-Rock-Attitüde erfüllt ist. Jedoch muss man klar sagen, dass die Pop- und auch einige Indie-Einflüsse hier schon die Vorherrschaft oft an sich reißen. Das könnte dem ein oder anderen Metalhead schon sauer aufstoßen. Die Produktion ist auch, für ein relativ kleines Label, sehr stark. Auch wenn das Schlagzeug manchmal etwas schwach klingt. Aber dieser Longplayer lebt von schönen Gitarrenläufen und süßlich-schönen Stimmdarbietungen, die sich mit einer melancholischen Grundstimmung zu einem Werk vereinen, das man entdecken muss um die Vielschichtigkeit eines musikalischen Rundumschlags zu erkennen, der sich von allen Grenzen losgesagt hat.

Chris für Lady-Metal.com