Weh - Folkloren

Weh

Band: Weh

Album: Folkloren

Label: Soulseller Records

Release Date: 21.06.2013

Genre: Neo Folk

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Alle Morkets Makter
02. Dypt Gar Det Siste Sar
03. Every Leaf And Branch Will Tremble
04. Long Days Of Winter
05. I Let The Night Cover Me
06. Runer Og Alvekors
07. With Omens Of Sorrow
08. Solnedgangen

Lineup:
Erik E. – Vocals, all Instruments

Besten Dank an Soulseller Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

WEH ist der schlichte Name eines Einmannprojekts aus dem Bereich nordischer Folklore. Zwar weckt der simple Name bei mir zunächst etwas Skepsis, hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich allerdings weit mehr, als sie zunächst vermuten lassen. Atmosphäre wird auf diesem Album in großen Lettern an das Himmelszelt gepinselt, wodurch sogar ein nebeliger Abend voller Herbstregen eine ganz spezielle Ästhetik verliehen bekommt. Doch wie schafft es Weh alias Erik E eigentlich diese großartige Stimmung aufzubauen?

Wo fange ich am besten an? Die Kompositionen sind so minimalistisch wie schlicht aufgebaut und versuchen vor allem auf emotionaler Ebene zu überzeugen. Wie bei AHAB (völlig andere Musik, jedoch auf ähnliche Art und Weise genial) trifft jeder Ton einen Nerv. Die Gitarre und das dezent eingesetzte Keyboard erschaffen einen ruhigen und doch aufwühlenden Hintergrund, der weder durch Schlagzeug, noch sonstige Trommeln ergänzt werden muss. Lediglich das an manchen Stellen verwendete Piano schafft es, die anderen Instrumente angemessen abzurunden.

Als besonders erwähnenswert stellt sich die ganz eigenständige Stimme des Musikers heraus. Zum Teil wurden dessen Vocals durch die Abmischung mehrfach übereinander gelegt, wodurch das Gefühl vermittelt wird, man lausche einem tiefen Männerchor. Eben diese Spielereien sorgen dafür, dass „Folkloren“ trotz gleichbleibendem Stil über die gesamte Spielzeit nicht langweilig oder eintönig wird. Die recht konventionellen Spielzeiten der einzelnen Songs (eine Ausnahme stellt lediglich der Track „Solnedgangen“ dar) sorgen ebenfalls für eine gewisse Abwechslung, da die Wiederholung einer Melodie nur selten die Fünf-Minuten-Grenze überschreitet.

Flüsternd, sprechend und singend bahnt sich Erik E den Weg durch meine Gehörgänge mitten in meinen Hippocampus, den er wahrscheinlich nie wieder restlos verlassen wird. Gerade Songs wie „Long Days of Winter“ vereinen Hoffnung, bodenlose Traurigkeit als auch eine gewisse Ignoranz gegenüber der restlichen Welt miteinander, wodurch ein schaurig schönes Gefühlschaos entsteht. Nachdem die Hormone und Neurotransmitter dermaßen durcheinander gebracht wurden, schafft es sicherlich kein Hörer mehr clean durch den Drogentest der Streifenpolizei.

Fazit: WEH spielen alles andere als Metal-Musik. Es wird an keiner Stelle gebrüllt, geschrien oder gekeift. Nicht ein elektrisch verstärktes Instrument hat sich auf diesen Tonträger verirrt (zumindest wäre es nicht zu identifizieren). Wer hingegen Freude an besinnlichen Klängen zeigt, wird sicherlich auf seine Kosten kommen. Nicht zuletzt Freunde von DIN BRAD, FEJD oder LETHE sollten nicht davor zurückschrecken, sich mit diesen Kompositionen auseinanderzusetzen Ich wünsche viel Spaß dabei!

Hardy für Lady-Metal.com