Winter's Verge

Band: Winter's Verge

Album:
Beyond Vengeance

Label: Massacre Records

Release Date: 27.04.2012

Genre: Epic Melodic Heavy Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Cunning Lullabies
02. Paper Is Blank
03. Unto The Darkness
04. Not Without A Fight
05. Bleeding Heart
06. Dying
07. One Last Night
08. Threads Of My Life
09. Angels Of Babylon
10. Semeni
11. A Dream For A Dream

Lineup:
George Charalambous - Vocals
Harry Pari - Guitars
Miguel Trapezaris - Bass
Stefanos Psillides - Keyboards
Chris Ioannides - Drums

Danke an Massacre Records für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

Die Formation WINTER'S VERGE wurde 2004 gegründet und sind ihrem Heimatland Zypern die führende Band im Bereich des progressiven Power Metal. Damit haben sie im deutschsprachigen schon mal einen kleinen Exotenbonus. Die fünfköpfige Band musste sich 2010, mit dem Vorgängerwerk "Tales of Tragedy", bereits einmal meinem Urteil stellen und kam dabei eher durchwachsen weg. Deshalb war ich sehr gespannt auf dieses neue, mittlerweile dritte, Studioalbum.

Das Cover wird geziert vom beliebten Motiv des Kampfes Gut gegen Böse. Dargestellt von einem Engel, der einen Blitz als Waffe nutzt, und einem schwarzflügligen Dämonen mit glühendem Dreizack. Darunter befindet sich die tosende See und noch einige weiter kämpfende Teilnehmer des Himmels und der Unterwelt. Auch der Horizont ist in die zwei Farben der Streitmächte getaucht. Umrahmt wird alles von einem goldenen Rahmen, der an den Ecken mit Ornamenten versetzt ist. Nicht großartig innovativ, aber dennoch hübsch anzusehen. Die Aufnahmen für das Album fanden im Music Factory Studio Kempten, unter der Produktion von R.D. Liapakis (Mystic Prophecy, statt. Keine Überraschung, da der Mann selber griechischer Abstammung ist.

Der erste Song "Cunning Lullabies" steigt mit psychedelischen Keyboard-Klängen in das Geschehen ein und überrascht damit genau so, wie mit den Gesangslinien von Frontmann George.  Alles ist eine Etage tiefer angelegt und macht sich definitiv sehr gut in diesem Soungewand. Hier hat die Band klar einen Schritt in die höhere Progressivität gewählt, was den Stücken auch wirklich gut steht. Von den insgesamt 11 Liedern knacken auch gerade einmal fünf die Fünf-Minuten-Marke. Eher ungewöhnlich für das Genre, doch deutlich angenehm, da die Stücke so aufkommender Langwierigkeit entkommen können. Ebenfalls gibt es natürlich einige Gitarrensoli zu hören, die sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen und dadurch sehr gut in das Gesamtbild passen. Alles in allem werden die Songs von den Keyboards größtenteils unterstützt und nicht, wie beim Vorgänger, von ihnen unterbrochen. Dadurch bildet sich eine ganz neue, kraftvolle Note im WINTER'S VERGE-Universum. Textlich sollte man allerdings keine großen Überraschungen von den Zyprioten erwarten.

Wirklich ins Ohr geht der Song "Not Without A Fight", der im Zuge dieses Albums als Outstanding bezeichnet werden kann. Als Anspieltipps möchte ich hier außerdem noch "Bleeding Heart" und "Angels Of Babylon" benennen.

Fazit: WINTER'S VERGE haben sich deutlich gesteigert mit diesem dritten Output auf Langspiel-Ebene. Der Gesang hat seine nervtötenden Elemente verloren und musikalisch geht man progressivere Wege, ohne die Wurzeln des Power Metal gänzlich zu verkennen. Die Produktion lässt sich auch sehen bzw. hören. Die Instrumente wurden gekonnt aufeinander abgestimmt und funktionieren nebeinander, ohne dass sich eines besonders in den Vordergrund drängt. Somit haben die Metal-Musiker einen annehmbaren Soundtrack für die Apokalypse geschaffen, wenn sich die nackten Himmelswesen und barbusigen Dämonen gegenseitig bekämpfen. Die Band hat deutlich an ihrer Mitsing-Tauglichkeit gefeilt und liefert mit "Not Without A Fight" und "Bleeding Heart" zwei bockstarke Tracks ab. Untere Klasse ist die Band definitiv nicht mehr, aber eben auch noch nicht in der obersten Etage des Metal angekommen. Somit bleibt ein wohlwollender Platz im Mittelfeld, mit einem schielenden Auge auf die "Oberen Zehntausend".

Chris für Lady-Metal.com