Wizard - Trail of Death

Wizard

Band: Wizard

Album: Trail of Death

Label: Massacre Records

Release Date: 27.09.2013

Genre: Power Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Creeping Death
02. War Butcher
03. Electrocution
04. Angel of Death
05. Angel of the Dark
06. Black Death
07. One for all
08. Post Mortem Vivere
09. Death cannot embrace me
10. Machinery of Death
11. We won‘t die for Metal

Lineup:
Sven D’Anna – Vocals
Dano Boland – Guitars
Michael Maass – Guitars
Volker Leson - Bass
Sören van Heel - Drums

Besten Dank an Massacre Records zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Abstrakte Bandnamen sind in den letzten Jahren durchaus in Mode gekommen (z.B.VOM FETISCH DER UNBEIRRTHEIT). WIZARD haben sich von solchen Trends nie anstecken lassen und bleiben sowohl bei ihrem schlichten Titel als auch bei ihrer traditionellen Mischung aus Heavy- und Speedmetal. Trotz durchwachsener Kritiken der vergangenen Outputs konnten sich die Nordrheinwestfalen über die Jahre eine feste Fangemeinschaft sichern, die der Band nachwievor mit Leder und Nieten bewaffnet den Rücken frei hält.

Der Opener „Creeping Death“ weckt gleich Erinnerungen an ältere Hits. Zum Einstieg wurde ein Midtempo-Song gewählt, in dem die tiefgestimmte Rhytmusgitarre mit einem schrillen Leadinstrument konkurriert. Der markante Gesang von Herrn D’Anna dringt sofort bis in die Amygdala durch und versorgt den Körper mit Glückshormonen als hätte man sich zwei Tafeln Schokolade direkt in den Blutkreislauf injiziert. Auch der folgende Titel schlägt in dieselbe Kerbe. Die erste Geschwindigkeitsüberschreitung bietet schließlich das Stück „Electrocution”, welches mit seinem groovigen Riffing meiner Ansicht nach schon an den Anfang der Platte gehört hätte.

Meinen persönlichen Tiefpunkt der Scheibe stellt die Ballade „Angel of the Dark“ dar. Mit viel Pathos und Orchestersamples wird versucht eine theatralische Stimmung zu erzeugen, die zu keinem Moment an ähnliche Titel von PRIMAL FEAR oder BRAINSTORM aufschließen kann. Die härteren Tracks (Black Death, Machinery of Death, etc.) schaffen es hingegen fast durchgehend, das Flair eines Conan-Films zu vermitteln. Hier liegen die Stärken der Band und genau für diese Stücke lohnt sich auch die Auseinandersetzung mit Album Numero zehn!

Im Allgemeinen konnten WIZARD ihren Stil über die Jahre ihres Schaffens und somit auch über ganze neun Alben am Leben erhalten. Hieran hat sich auf „Trail of Death“ nichts geändert. Der Sound klingt wie eine gesunde Mischung aus MAJESTY und FORBIDDEN. Es dürfte sich somit eine größere Zielgruppe (von Powermetallern über Thrasher bis hin zu Hardrockfans) angesprochen fühlen. Ich muss allerdings anmerken, dass dieser Release trotz der genannten Stärken Schwierigkeiten zeigt, zu alten Heldentaten wie „Odin“ oder „Head of the Deceiver“ aufzuschließen. Im Ganzen betrachtet fehlen mir schlicht und ergreifend Gassenhauer, die es mit „Fuck your Ass“ oder „Lokis Punishment“ aufnehmen können.

Fazit:  Ich persönlich halte WIZARD für eine der unterschätztesten Bands aus dem deutschen Powermetal-Bereich. Es dürfte daher nicht verwundern, dass mir auch die neuen Titel durchaus gefallen haben. Die Songs, deren Ausmaß an Metal die meisten Menschen nicht ertragen können (Tja lieber Leser, auf welchen Song spiele ich hiermit wohl an?) haben auf dem aktuellen Werk allerdings spürbar abgenommen. Trotzdem empfehle ich gerade Freunden von „Thor“ und „Of  Wariwulfs and Bluotvarwes“ ein Probehören. Das Album kann durchaus mit anderen aktuellen Veröffentlichungen aus diesem Bereich mithalten. Anspieltipp ist diesmal übrigens „One for all“.

Hardy für Lady-Metal.com