Wolfchant - Embraced by Fire

Wolfchant

Band: Wolfchant

Album: Embraced by Fire

Release Date: 1.3.2013

Label: NoiseArt Records

Genre: Epic Pagan Metal

Rezensent: Michi

Tracklist:
01. Devouring Flames
02. Embraced By Fire
03. Element
04. Turning Into Red
05. Einsame Wacht
06. Autumns Breath
07. Freier Geist
08. Winters Triumph

Lineup:
Lokhi - Vocals / Choir / Mouth Harp
Nortwin - Clean Vocals / Choir
Skaahl - Lead Guitars
Ragnar - Rhythm / Acoustic Guitars
Sarolv - Bass
Gvern - Keyboards
Norgahd - Drums

Danke an die Band für das Bereitstellen des Albums!

 

Beurteilung

Die deutsche Pagan - Horde "Wolfchant" dürfte inzwischen selbst denen ein Begriff sein, die sich nur peripher mit Pagan Metal beschäftigen. Seit 2003 ziehen sie plündernd durch die Lande und haben im Laufe ihrer Bandgeschichte so einiges durchgemacht. Während sie mit ihrem ersten Werk "Bloody Tales Of Disgraced Lands" noch sehr raue Töne mit eher dezenten Keyboardeinsätzen einschlugen, zeigten sie mit ihrem letzten Album "Call of the Black Winds" dass sie auch mit Epik und heroischen Chören sehr wohl umzugehen wissen. Und genau hier setzt "Embraced by Fire", welches seit 1. März erhältlich ist, an.

Bereits das Intro, welches stellenweise sehr an "Pirates of the Carribbean" erinnert, lässt darauf schließen, dass einen hier weitaus mehr erwartet als man von "Wolfchant" gewohnt ist. Der namensgebende Titel "Embraced by Fire" schallt, ohne Rücksicht auf das Trommelfell des Hörers nehmend, aus den Boxen und zeigt sogleich mit welcher facettenreichen Instrumentierung und Detailverliebtheit die Band hier gearbeitet hat. Episch, melodische Gitarrenriffs, begleitet von dem klaren Gesang von Nortwin, stehen im stetigen Einklang mit dem krächzenden Geschrei von Lokhi. All dies gipfelt dann in einem Chorus, welcher das Beste der Band zum Vorschein bringt. Untermalen von treibenden Blastbeats und perfekt platzierten Keyboardeinsätzen sprüht der Song vor Leben und Vielfalt.

Die Abwechslung zwischen deutschen und englischen Texten ist zwar Geschmackssache, aber bei "Wolfchant" seit jeher Gebrauch. So ist auch der nächste Song "Element" wieder in ihrer Muttersprache verfasst und erzählt von der Manifestation der Naturgewalten in einer Gestalt, die jene Kräfte nutzt um Tod unter den Menschen zu säen. Auch hier besticht der Song wieder mit gesanglicher Abwechslung und einem Refrain mit Ohrwurmfaktor.

Doch noch innovativer und bestimmt einer der Höhepunkte des Albums, ist das nächste Lied "Turning into Red". Zu Anfang ertönt ein stimmiger Dudelsack, der sogleich von wuchtigen Gitarren und dem passenden lateinischen Grabspruch "Poenam no sentio mortis. Poena fuit vita, requies mihi morte parata est." (Ich verspüre nicht die Strafe des Todes. Die Strafe war das Leben, der Tod hat mir die Erlösung gebracht.) abgelöst wird. Die Idee, die letzten Gedanken einer Kräuterkundigen zu verarbeiten, welche der Hexerei beschuldigt wird und am Scheiterhaufen sterben muss, wird hier sowohl lyrisch als auch musikalisch sehr gut umgesetzt. Die verschiedenen Gesangsarten kommen hier während der Strophen in Form einer "Call and Response" Technik zum Einsatz und auch die Powermetal Einflüsse lassen sich eindeutig nicht mehr abstreiten. Hand in Hand, stehen sich Epik mit Melodie und brachiale Blastbeats mit schweren Gitarrenriffs gegenüber und harmonieren als ob es nichts anderes gäbe.

Auch die folgenden Stücke "Einsame Wacht" und "Autumns Breath" machen nichts falsch und glänzen wie auch die vorangegangenen Titel durch Einfallsreichtum und einer perfekten Verschmelzung von schnellem Pagan Metal mit Power Metal Elementen. Besonders "Autumns Breath" kann mit seinen träumerischen Melodien und dem Dudelsack begeistern.  

Auf "Freier Geist" wirkt dann Freki von "Varg" als Gastsänger mit, wessen Stimme jedoch neben denen von Nortwin und Lokhi, ziemlich untergeht. Das Lied besticht hauptsächlich durch die schnellen und filigranen Spielereien der Gitarristen und dem lebendigen Refrain. Die Keyboardeinsätze sind hier, im Gegensatz zu dem Rest des Albums, eher zurückgehalten und weniger bombastisch.

Als letzter Song ertönt dann noch "Winters Triumph" - passend, im Sinne des Fimbulwinters. Das akustische Intro erinnert kurz wieder an die Anfänge der Band und wirkt auch sehr nostalgisch. Es fungiert perfekt als Abschlusslied. Getragen von mehreren melancholisch, nostalgischen Melodien und schnellen Drums, rundet es das Album perfekt ab.

Fazit:   
"Wolfchant" zeigen mit "Embraced by Fire", dass sie das schaffen, was vielen Bands nicht gelingt: Sich weiterzuentwickeln und sich und der Musik doch treu zu bleiben. Der Versuch etwas Neues zu schaffen, wirkte er bei "Call of the Black Winds" noch ein wenig holprig, ist jetzt endgültig geglückt. Nicht nur gesanglich, sondern auch bei der Instrumentierung haben sich "Wolfchant" getraut mehr Elemente als üblich in den Pagan Metal hineinzustecken, und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Einzig und allein ein paar mehrere akustische Gitarrenspielereien, wie man sie von "Bloody Tales Of Disgraced Lands" und "A Pagan Storm" kennt, werden größtenteils vermisst. Nichtsdestotrotz merkt man, dass hier inzwischen professionelle Musiker und auch Komponisten zu Werk gehen. Die CD ist definitiv nicht nur eingefleischten Pagan Fans zu empfehlen!    
          
Michi für Lady-Metal.com