Wotans Wille - Steinernes Erbe

Wotans Wille

Band: Wotans Wille

Album: Steinernes Erbe

Label: Self Released

Release Date: 02.03.2013

Genre:
Pagan Black Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Auf schneebedeckten Pfaden
02. Steinernes Erbe
03. Brudermord
04. Verrat
05. Der Weg zurück
06. Am Abgrund
07. Abschied – Zeit zu gehen

Lineup:
Kjetter – Vocals
Landogar – Guitars
Aagost – Guitars
Natttrell - Bass
Panzer - Drums

Besten Dank an Wotans Wille zur Verfügungstellung des Albums

Beurteilung

Deutschsprachiger Paganblackmetal aus den Untiefen Österreichs? Das klingt ja fast als hätten sich FLAMMENSTURM wieder neu formiert. Entgegen dieser Vermutung handelt es sich bei WOTANS WILLE jedoch um eine völlig neue Band, die nach zwei Demoveröffentlichungen nun in Eigenregie ihren ersten Langspieler aufgenommen hat. Einzig Sänger „Kjetter“ ist bereits aus der Band mit dem soziologischen Namen DURKHEIM bekannt. Es bleibt somit spannend und meine Ohren spitzen sich erwartungsvoll, als die ersten Klänge aus meinen Boxen schwingen.

Wie kaum anders zu erwarten wird das Album durch ein ruhiges Intro eröffnet, welches anscheinend eine besinnliche Stimmung aufbauen soll. Ich persönlich hätte auf diese Spielerei auch gut und gerne verzichten können, da es bereits zu viele Platten gibt, die mit gleichklingenden Openern beginnen. Es scheint in der Szene allerdings mittlerweile zum guten Ton zu gehören, zunächst einmal mit einem Ambient-Track aufzuwarten (die unangefochtenen Könige in diesem Bereich sind wohl eindeutig 1349).

Die „richtigen“ Songs der Scheibe haben es allerdings wirklich in sich. „Steinernes Erbe“ überzeugt durch eine solide Leadgitarre und beckenlastigen Schlagzeugsound. Insgesamt erinnert mich der Stil der ersten Hälfte stark an die Kollegenen von GRIMFROST oder STORMNATT. Ab „Brudermord“ wird dieses Fundament zunehmend durch Elemente anderer Genres ergänzt. Immer wieder werden ruhigere Neofolk-Passagen oder rockige Riffs in die Songs eingebunden. „Verrat“ zeigt beispielsweise starke Einflüsse von NATTEFROST oder CARPATHIAN FOREST. Trotz dieser Paralellen zu anderen Bands spielen die Österreicher ihren eigenen Stil, der sich gerade durch ihre ganz individuelle Zusammensetzung der unterschiedlichen Bausteine auszeichnet.

Die Leistung der einzelnen Instrumente kann sich sehen bzw. hören lassen. Auch die Aufnahmequalität gibt kaum Grund zur Kritik. Obwohl es sich um eine Eigenproduktion handelt, lässt sich meist sogar der gezupfte Bass deutlich aus dem Gesamtwerk heraushören. Textlich geht es mal wieder um Krieg, Kampf und Naturgewalten. Es dürfte somit auch lyrisch für jeden Horntrinker und kriegsbemalten Fellträger etwas dabei sein. Insgesamt bieten WOTANS WILLE mit ihrem ersten Langspieler „Steinernes Erbe“ eine ballaststoffhaltige Mahlzeit mit Beilage, Salat und Vorsuppe. Nicht zuletzt deshalb sollten die wenigsten Hörer aus dem Pagan-, Folk- oder Blackmetalbereich von diesem Album enttäuscht werden.

Fazit:
Gerade für ein Debüt-Album hätte ich mir eine etwas längere Spielzeit gewünscht, welche nicht noch durch In- und Outros beschnitten wird. Auch textlich würden dem Werk unkonventionellere Ideen gut tun. Ansonsten wird dem geneigten Käufer allerdings eine Rundreise durch die gesamte Szene geboten. Ruhiger Ambient findet sich ebenso wie rockiger Death oder Paganmetal. Gerade diese gezielte Abwechslung verleiht dem Album seinen wandlungsfähigen Charakter. Fans der Szene würde ich ein Probehören auf jeden Fall empfehlen. In diesem Sinne: Skal!

Hardy für Lady-Metal.com