XCIII - Like a Fiend in a Cloude

XCIII

Band: XCIII

Album: Like a Fiend in a Cloud

Label: Naturmacht Productions

Release Date: 25.02.2013

Genre: Avantgarde Metal

Rezensent: Hardy

Tracklist:
01. Reverie Nocturne
02. Bal Macabre
03. Hibernal Sadness
04. Feathers
05. Autums Call
06. Perpetual Place
07. Bal Macabre - Epilogue
08. Like a Fiend in a Cloud

Lineup:
Guillaume – Vocals, Guitars
Jonathan - Guitars
Mathieu - Pianos

Vielen Dank an Naturmacht Productions für das zur Verfügung stellen des Materials.

Beurteilung

Frankreich hat in den letzten Jahren gleich eine ganze Reihe an progressiven Bands hervorgebracht (als Beispiel seien NOCTURNAL DEPRESSION, AD INFERNA und ALCEST genannt).  Seit kurzem zählen sich auch XCIII zu diesen Verteidigern der Ewigen Finsternis. Mit „Like a Fiend in a Cloud“ veröffentlicht das Dreigespann nun sein erstes Album und setzt sowohl mit Sound als auch mit Artwork auf geheimnisvolle Atmosphäre. Ob die Rechnung aufgeht wollen wir euch selbstverständlich nicht vorenthalten.

Schon der erste Track „Reverie Nocturne” sorgt für Irritation, indem er das Album einfach mit einem minutenlangen Pianosolo eröffnet. Ganz allgemein nimmt das Piano eine tragende Rolle für die Musik des Trios ein. Hinterlegt werden die Tastentöne mit den typischen Instrumenten Gitarre, Schlagzeug und Bass. Häufig werden die Kompositionen zusätzlich noch durch Naturklänge ergänzt, die vielen Stücken noch eine ganz eigene Note verleihen (Perpetual Place).

Die Strukturen der Stücke unterscheiden sich recht stark voneinander, weshalb jeder Track einen individuellen Charakter bekommt. “Feathers” weckt beispielsweise Assoziationen zu den schwedischen SHINING, wohingegen “Autums Call” mittelschwer an LES DISCTRETS erinnert. Die düstere Variationsfreude stellt hierbei den roten Faden des Albums dar. Hierdurch wächst mit jedem Stück die Vorfreude auf den Rest der Platte.

Um mit dieser Musik etwas anfangen zu können, muss man definitiv ein wenig Schwermütigkeit und Mut zu Neuem mitbringen. Konventionelle Kost wird an keiner Stelle serviert, stattdessen wird reiner Wein eingeschenkt. Die endlosen Wiederholungen mancher Riffs sind wie das wahre Leben. Die kleinsten Veränderungen (ein Wechsel der Tonhöhe oder eine kleine Änderung in der Abmischung) schaffen es häufig schon, die gesamte Stimmung grundlegend zu verändern.

Fazit: Der böse Geist in der Wolke wartet nur darauf, die wilden Zuckungen der Hörer beobachten zu dürfen, wenn sie das erste mal “Like a Fiend in a Cloud” in ihre Anlage legen. Hoffnungslos und doch auf eine besondere Art leichtfüßig tanzen die Songs über den Staubfilm unserer asphaltierter Großstadtstraßen. Aggressive Wutausbrüche lassen sich selbst mit einem Vergrößerungsglas kaum finden. Dieses Album bietet eigenständige und beeindruckende Musik, richtet sich allerdings nur an Hörer, denen langsames Zermürben eher liegt als brachiale Zerstörung.

Hardy für Lady-Metal.com