XIV Dark Centuries - Gizit Dar Faida

XIV Dark Centuries

Band: XIV Dark Centuries

Album: Gizit Dar Faida

Label: Einheit Produktionen

Release Date: 28.10.2011

Genre: Pagan / Viking Metal

Rezensent: Roba

Tracklist:
01. Westwärts
02. Zeit der Rache
03. Schlachtengesang
04. Donar´s Söhne
05. Hinauf zu Gold`nen Tor
06. Eichenhain
07. Brennen soll das alte Leiden
08. Eine Wanderung
09. Runenraunen – Eine Wanderung I
10. Surtur erwacht
11. Ausklang

Lineup:
Michel -Gesang
Thyr's Sohn - Gitarre
Uwe - Gitarre
Marley - Bass
Tobi - Keyboard
Rüd - Drums

Besten Dank an Einheit Produktionen für das Überreichen der Musik

Beurteilung

Jeder der schon einmal in der paganischen Szene umherwandelte kennt XIV Dark Centuries. Die Veteranen des thüringischen Heiden Metals haben seit 1999, also ihrer ersten Demo, konstant Alben veröffentlicht, jedoch ist die meist gefeiertste und auch mein Liebling die "Jul" MCD.
Mit "Gizit Dar Faida" wurde am 28.10. letzten Jahres über Einheit Produktionen, ein deutsches Label, das hauptsächlich Pagan bzw. Viking Metal veröffentlicht, präsentiert. 
Nun ist es nichts Neues und es wurde und wird oft diskutiert, dass die Pagan Metal Szene stark an Dynamik und Glanz verloren hat, auch für mich, der ich in meiner Teeniezeit überzeugter Hörer dieses Genres war. Nachdem ich dann zudem wissenschaftlich in die Materie eintauchte, musste ich fest stellen, wie wenig Toleranz seitens der "Heiden" und wie wenig Wissen und wirkliches Verstehen für die alten Zeiten unter den Pagan Metal Fans herrscht. Es ist wohl immer noch nicht durchgesickert, dass man über germanischen Glauben sehr wenig weiß, aber zumindest soviel, dass es bestimmt keine Edda gab oder Odin oder Thor. Das ist spätwikinische Ideologie. Doch so hat auch musikalisch die Szene nicht all zuviel authentisches zu bieten. Bathory, einige skandinavische und finnische Bands und Falkenbach, auch Menhir, sowie eben auch XIV Dark Centuries gehörten für mich zu den Besten. Aber allzu oft wird nur über Schlachten gesungen, übers sich besaufen und alles bekommt einen Partycharackter. Es wird Thor besungen oder Odin gebrüllt und dann beim Zelt der Müll einfach in die Natur geworfen. Umso mehr beeindruckte mich das Statement von XIV bei einem Ragnaröck Festival, als sie die "Heiden" aufforderten, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln und die Natur nicht zu verschmutzen. Seit dem hatte diese Band einen großen Pluspunkt bei mir verbucht.

Und so hatte ich gehofft, dieses wahre Verstehen auf der neuen Scheibe zu finden, welches die Bandmitglieder wirklich haben sollten, da sie teilweise auch in der praktischen Archäologie tätig sind, soll heißen: Sie bauen altzeitliche Siedlungen und sind Mitglieder einer Germanischen Reenactmentvereinigung. Doch ich muss ehrlich sagen, dass das Cover mich schon zweifeln lies, ob meine Hoffnung erfüllt werden. 
Um es vorweg zu nehmen, diese Scheibe ist eine gute und solide Pagan Metal CD. Der Sound ist wirklich gut und ausgefeilt und nicht zu plastisch. Die Chöre klingen gut und die Schreie und Grunzeleien haben genügen Kraft. Also objektiv gesehen, kann man nich allzu viel in dieser Hinsicht kritisieren und ein Otto-Normal Paganer wird sie mögen. 
Aber es ist für mich nicht genug, nur das musikalische Gewand zu loben. Das kann jeder selber Hören. Für mich gehören Idee und Lyriken und Innovation dazu. Und ehrlich davon kann ich an diesem Album nur alles kritisieren. Langweilige "Wir werden für Odin in der Schlacht glorreich sterben" Texte und die typischen Melodien der Szene machen einfach alle kaputt, was sich XIV aufgebaut hat. Ich finde keine Authentik nur Mainstream Pagan. Ein Synthi Intro, ein paar akkustische Einschübe, ansonsten immer das Selbe. 

Fazit: Ich erwarte einfach von einer so alten Band mit erwachsenen Mitgliedern mehr Verstehen und mehr Mut zum Unkonventionellem. Wer so tief in der Materie zu stecken scheint wie XIV, sollte es besser wissen und machen, als eine Durschnittsscheibe mit schlechter, einseitiger (pupertärer) Lyrik und langweiligen Klangkonzepten zu fabrizieren. Natürlich schwingt hier auch die Problematik mit, die sich die Pagan Metal Szene selbst auferlegt hat. Alles was kleinwenig vom Einheitsbrei abweicht wird nicht mehr als "heidnisch" bezeichnet und verworfen. Es bleibt also weiter Dunkel in den deutschen Hainen, denn auch XIV Dark Centuries vermögen nicht, Licht in die deutsche Pagan Metal Landschaft zu zaubern.

Roba für Lady-Metal.com