Yayla - Nihaihayat

yayla

Band: Yayla

Album: Nihaihayat

Label: Merdumgiriz

Release Date: 21.01.2013

Genre: Dark Black Metal

Rezensent: Chris

Tracklist:
01. Integumental Grasp
02. Through the Sigil of Hate
03. Immortalizing the Nine
04. Disguises of Evil
05. In Senility

Lineup:
Emir To?rul - All Instruments and Vocals

Danke an Clawhammer für das zur Verfügung stellen des Albums.

Beurteilung

YAYLA also. Ein-Mann-Projekt aus der Türkei. Musikalisch dem Black Metal zuzuordnen. Umgarnt mit einigen Ambient-Spielereien. In knappen zwei Jahren ist es das mittlerweile vierte Album - eine beachtliche Outputmenge. Also so ganz ehrlich, wenn man sich nur an die Fakten hält. Realistisch gesehen ist das aber doch einiges weniger.

Los geht es mit "Integumental Grasp", das nicht nur ein Instrumental, sondern auch eine lupenreine Ambient-Komposition darstellt. Nicht schlecht, denke ich mir. Das bringt wirklich einiges an Stimmung und schlägt genau in die Kerbe, wie ich sie gerne mag. Doch schon der anschließende Titel zerstört diese Träume gar unbarmherzig. Plötzlich sind die Ambient-Anleihen unsäglich verschwunden und Gitarren holzen nahezu sinnbefreit drauf los. Gut, vielleicht ein gewollter künstlerischer Akzent. Doch dann setzt der krächzend-heisere und manchmal flüsternde Gesang ein, der wirklich alles ist, was ich mir genau so nicht vorgestellt habe. Als Funeral Doom könnte das noch durchgehen mit den Vocals, so ist es nur sehr schwer verdaulich. Dazu semmeln die Drums kunstbefreit und holprig durch den Raum. Zwischen den ganzen brachial-schnellen Parts wird auch immer wieder mal das Tempo etwas rausgenommen, das gefällt dann schon etwas besser. Aber die Stimmung des Openers mag einfach nicht so recht aufkommen. Ähnlich verhält es sich mit den zwei weiteren Stücken "Immortalizing the Nine" und "Disguises of Evil", die wirklich ganz schön schwere Kost sind. Glücklicherweise darf man noch benennen, dass es gesanglich eher verhalten zugeht und dieser nur selten zum Einsatz kommt. Plötzlich fällt aber eines ganz bewusst ins Ohr: Wo ist denn da der Bass? Wohlmöglich schon vorhanden, aber in dem ganzen verwaschenen Sound-Wirrwarr geht er bisweilen einfach unter. Den Abschluss bietet wieder ein instrumentales Ambient-Stück, das dann wieder zu überzeugen weiß.

Fazit: Insgesamt muss man sagen, dass mich dieses Album wirklich verwirrt zurückgelassen hat. Verwaschene Produktion, keine bis wenig Songstrukturen, ein sträflich vernachlässigter Bass und völlig unmotivierte Vocals. Das sind die Merkmale, die am ehesten hängen bleiben von einem Werk, dass gelinde gesagt, eher durchwachsen ist. Zieht man die zehn Minuten des Intro und Outro mal ab, bleiben rund 40 mehr als anstrengende Minuten. Normalerweise würde ich dem Album jetzt noch Wachstumspotential mit auf den Weg geben. Hier fällt mir das aber wirklich sehr schwer, deshalb lasse ich es lieber. Der Herr hinter dem Projekt YAYLA sollte sich eventuell in einem gemächlicheren Tempo zwischen seinen einzelnen Releases fortbewegen und ein bisschen mehr die Ambient-Anleihen in die metallischen Songs verbraten. Dann könnte da wirklich mehr unter dem viel zitierten Strich stehen bleiben. So reicht es allemal für ein teilhabendes Kopfnicken und das Wissen, dass man alles Gebotene woanders auch besser bekommen kann.

Chris für Lady-Metal.com